Massenverhaftungen vor Gottesdienst in Kuba

  • Madrid/Frankfurt - 11.02.2014

Vor der Kathedrale von Santiago de Cuba sind am Sonntag (Ortszeit) mehr als 160 Regimekritiker verhaftet worden. Sicherheitskräfte hätten ihre Teilnahme an einem Gottesdienst verhindert, berichtete das regierungskritische exilkubanische Internetportal „Diario de Cuba“. Unter den verhafteten Dissidenten war demnach auch Jose Daniel Ferrer, Generalsekretär der oppositionellen Bürgerrechtsbewegung „Patriotische Union Kubas“ (UNPACU).

Bei den Verhaftungen seien die Regimekritiker von kubanischen Sicherheitskräften geschlagen und bespuckt worden, berichtete das in Spanien sitzende Portal weiter. Nach Angaben Ferrers hätten es trotz der Polizeiaktion zehn Dissidenten bis in die Kathedrale geschafft. Der Innenhof der Kathedrale sei voll gewesen mit Paramilitärs, die die Aktivisten bedrohten, zitierte „Diario de Cuba“ Ferrer.

Den Angaben zufolge fand die Verhaftungswelle während des Aufenthaltes von Kurienerzbischof Claudio Maria Celli statt. Der Vorsitzende des Päpstlichen Medienrates nahm auf der Karibikinsel an einem internationalen Kommunikationsseminar teil, das seine Behörde gemeinsam mit dem Lateinamerikanischen Bischofsrat CELAM organisiert hatte.

„Die Angriffe des Castro-Regimes auf die Religions- und Meinungsfreiheit der kubanischen Bürger müssen ein Ende haben“, forderte am Montag die in Frankfurt ansässige Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), die auch auf Kuba vertreten ist. „Alle Menschen, auch die Kubaner, haben ein Recht, an Gottesdiensten teilzunehmen“, so die IGFM. Allein in den vergangenen zehn Tagen hätten die kubanischen Behörden 332 Personen verhaftet.

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