Sorge um das „weltwärts“- Programm

  • Aachen - 06.02.2014

Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst weltwärts soll künftig vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gesteuert werden. Das Hilfswerk für Entwicklungszusammenarbeit Misereor betrachtet diese im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung vorgesehene Planung mit großer Skepsis.

Bisher gehörte „weltwärts“ in den Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). „Die geplante Verlagerung ins BMFSFJ birgt die Gefahr, dass das ‚weltwärts‘-Programm künftig nicht mehr mit der notwendigen Expertise begleitet werden kann, wie sie zahlreiche Fachleute des BMZ seit langer Zeit in bewährter Weise eingebracht haben“, warnte Misereor-Geschäftsführer Thomas Antkowiak am Donnerstag in Aachen.

„Weltwärts“ sei ein Lerndienst, bei dem die Auswirkungen globaler Zusammenhänge und entwicklungspolitische Fragestellungen für junge Menschen in ihren Einsatzstellen bei engagierten Partnern erlebbar würden. Dazu gehöre auch die vielfältige Erfahrung des BMZ mit landeskundlichen Kenntnissen, den Erfahrungen und langfristigen Kontakten mit Partnerorganisationen in armen Ländern. Die Freiwilligen profitierten davon, sagte Antkowiak.

Misereor warnt vor Qualitätsverlust

Die etwa 600 jungen Menschen, die von den katholischen Entsendeorganisationen in Deutschland wie Misereor jährlich in entwicklungspolitischen Freiwilligendiensten in Afrika, Asien und Lateinamerika eingesetzt werden, könnten zudem auf den Expertenrat von entwicklungspolitischen Referenten vertrauen, die in deutschen Botschaften dem BMZ zugeordnet seien und die jeweilige politische Situation bzw. eventuelle Gefahren besonders gut einschätzen könnten.

Unter der Führung des BMFSFJ, in dem das „weltwärts“-Programm zusammen mit anderen Diensten wie dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) oder dem Bundesfreiwilligendienst gebündelt werden soll, könne der hohe Qualitätsstandard, der sich aus der besonderen inhaltlichen Nähe zum BMZ ergebe, womöglich nicht aufrechterhalten werden.

„Es gibt keinen stichhaltigen Grund, warum ‚weltwärts‘ aus der Zuständigkeit des BMZ herausgelöst werden soll“, unterstrich Antkowiak. „Und es darf schon gar nicht passieren, dass auf diesem Wege die Finanzmittel für das ‚weltwärts‘-Programm reduziert werden.“

© Misereor