UNESCO-Studie: Lehrer besser ausbilden

  • Bonn/Addis Abeba - 30.01.2014

Die globale Bildungskrise kostet die Weltgemeinschaft jährlich 129 Millionen US-Dollar. Rund 250 Millionen Kinder könnten kaum lesen, schreiben und rechnen, obwohl die Hälfte von ihnen mindestens für vier Jahre eine Schule besucht habe. Das geht aus dem UNESCO-Weltbildungsbericht hervor, der am Mittwoch in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba vorgestellt wurde. Grund dafür sei vor allem die mangelnde Qualität der Lehrerausbildung.

„In vielen Ländern sind Minderheiten in der Bildung weiterhin stark benachteiligt. Gut ausgebildete Lehrer sind daher ein Schlüssel zu besserer Bildung , weil sie mit ihrem Unterricht Benachteiligung ausgleichen können“, sagte der Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission, Roland Bernecker. Weil zu viele Kinder keine grundlegenden Fertigkeiten erwerben, gehen laut Becker allein in der Grundschulbildung zehn Prozent der weltweiten Investitionen verloren.

Bessere Anreize für Lehrerberuf schaffen

Um allen Kindern eine abgeschlossene Grundschulbildung zu ermöglichen, müssten von 2011 bis 2015 weltweit insgesamt 5,2 Millionen Lehrer eingestellt werden. Die UNESCO fordert deshalb von den Regierungen, bessere Anreize für den Lehrberuf zu schaffen. Außerdem müsse die Lehrerausbildung verbessert werden und insbesondere auf Unterricht mit benachteiligten Schülern vorbereiten.

In den Entwicklungsländern kann laut Bericht jeder vierte junge Mensch keine vollständigen Sätze lesen. Aber auch in reicheren Ländern würden die Bildungssysteme benachteiligten Schülern häufig nicht gerecht: In Neuseeland etwa erfüllen demnach nahezu alle Schüler aus wohlhabenden Familien die Mindestanforderungen in den Klassen 4 und 8, während es nur zwei Drittel der Schüler aus armen Familien sind.

Globale Bildungskampagne fordert bessere Lehrerausbildung

Mit Blick auf den Weltbildungsbericht forderte die Globale Bildungskampagne mehr Engagement gegen den Lehrkräftemangel. „Ohne besser ausgebildete Lehrkräfte werden 250 Millionen Kinder nicht lesen, schreiben und rechnen können“, kritisierte das Bündnis am Mittwoch in Berlin. Mitglieder der Kampagne sind Kinderrechts- und Entwicklungsorganisationen wie UNICEF, die Kindernothilfe und die Deutsche Welthungerhilfe.

„Investitionen in Bildung und Lehrkräfte sind der Motor für Entwicklung“, mahnte der Verband. Die Gebergemeinschaft dürfe arme Länder jetzt nicht im Stich lassen und müsse die Ausbildung und Beschäftigung von Lehrkräften zur politischen Priorität machen.

Der Weltbericht „Education for all - Global Monitoring Report“ wird seit 2002 jährlich im Auftrag der UNESCO verfasst. Er liefert einen Zwischenstand zur Umsetzung des weltweiten Aktionsprogramms „Bildung für alle“. Auf dem Weltbildungsforum 2000 im senegalesischen Dakar hatten sich 164 Länder verpflichtet, sechs Bildungsziele bis zum Jahr 2015 zu erreichen. Dazu gehören unter anderem die Einführung der kostenfreien Grundschulpflicht, die Halbierung der Analphabetenrate bei Erwachsenen, Geschlechtergerechtigkeit im Bildungswesen sowie eine Verbesserung der Bildungsqualität. (lek mit KNA)

Weltbildungsbericht „Education for all – Global Monitoring Report 2013/14“

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