FARC soll politische Partei werden

  • Bogota - 23.01.2014

Im kolumbianischen Friedensprozess besteht trotz Meinungsverschiedenheiten in verschiedenen politischen Lagern des Landes Einigkeit darüber, dass die Guerilla-Organisation „Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia – Ejército del Pueblo“ (FARC) in Zukunft Ex-Kämpfer auch ins Parlament schicken kann. „Ich kann mir FARC-Vertreter im Kongress vorstellen“, so Kolumbiens Präsident jüngst in der spanischen Tageszeitung El País.

„Die Menschen sagen intuitiv nein, sie mögen das nicht“, so Juan Manuel Santos in einem Exklusiv-Interview zu der Frage, wie die Kolumbianer auf die Vorstellung reagieren, die FARC würde als politische Partei anerkannt. Doch würde man die Bürger fragen, ob „sie das ganze Paket“, also Frieden und eine FARC-Partei, akzeptierten, „dann sagen die Menschen: Wenn das der Preis für Frieden ist, ja!“, erklärte das Staatsoberhaupt seinen Kurs bei den Friedensgesprächen in Havanna.

Stimmungsmache vor der Wahl

Vor den Wahlen in Kolumbien macht derzeit die Partei um Ex-Präsident Álvaro Uribe Stimmung gegen Santos. Dieser sei ein „Vaterlandsverräter“ und mache zu viele Zugeständnisse an die Guerilla. Kolumbiens Präsident glaubt darum nicht daran, dass es ein Friedensabkommen vor dem Urnengang im Mai gibt. Die FARC im Parlament „verwundert mich nicht, noch mache ich einen Skandal daraus“, erklärte auch Senatspräsident Juan Fernando Cristo von der liberalen Partei auf Radio Caracol.

Derweil kamen bei einem Luftangriff der kolumbianischen Streitkräfte auf einen FARC-Stützpunkt im Departamento Arauca nahe der Grenze zu Venezuela nach offiziellen Angaben 14 Guerrilla-Kämpfer ums Leben. Die Opferzahlen der Attacke in der nordöstlichen Gemeinde Tame am Samstag, 18. Januar, waren am Montag nach oben korrigiert worden. Laut Armee-Kommandant Leonardo Barrera war Omar Guevara Rivera alias „Franklin“ Ziel der Operation. Der FARC-Führer konnte Agenturmeldungen zufolge verletzt ins venezolanische Grenzgebiet flüchten. (Benjamin Beutler)

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