Münsteraner Weihbischof kritisiert Europas Flüchtlingspolitik

  • Münster - 08.01.2014

Der Münsteraner Weihbischof Dieter Geerlings hat am Fest der Erscheinung des Herrn am 6. Januar die europäische Flüchtlingspolitik kritisiert. In seiner Predigt betonte er, dass die christliche Tradition Deutschlands und Europas die Abschottung vor Fremden verbiete. Die Würde des Menschen sei nicht von seinem Rechtsstatus abhängig, betonte Geerlings, der auch stellvertretender Vorsitzender der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz ist.

Der Weihbischof zog auch Parallelen zu Jesus, dessen Lebensgeschichte ebenfalls mit einer Flucht begonnen habe. „Er flieht vor der Macht und ihren Früchten: vor Neid, Ruhmsucht, Habgier, Lüge und Gewalt.“ Die heutigen Flüchtlinge, so sagte Geerlings, könnten meistens in ihrer Heimat nicht mehr leben oder überleben, weil sie Macht und Gewalt erfahren würden, wie sie auch Herodes zur Zeit Jesu ausgeübt habe.

Er betonte, dass es nicht hinnehmbar sei, „dass Europa die Grenzen nach Afrika dicht gemacht hat und Flüchtlinge zurück in ihr Verderben oder in den Tod schickt.“ Die Flüchtlinge innerhalb Afrikas seien „der menschliche Preis für eine globale Politik, die zwar an den Märkten und Wirtschaftsgütern Afrikas interessiert ist, nicht aber an der Bevölkerung und den Menschen.“ Deswegen forderte er von den verantwortlichen Politikern, „die Flüchtlingspolitik auf europäischer und nationaler Ebene zu überdenken im Sinne der Menschenrechte.“ Geerlings verwies dabei auch auf das diesjährige Motto der Sternsingeraktion , das sich mit der Situation von Flüchtlingskindern weltweit befasst. (lek mit Bistum Münster/Radio Vatikan)

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