Katholisches Menschenrechtsbüro in San Salvador eingeweiht

  • San Salvador - 06.01.2014

In El Salvador hat am vergangenen Donnerstag (Ortszeit) das neue Menschenrechtsbüro der katholischen Kirche seine Arbeit aufgenommen. Der Sprecher des Erzbistums San Salvador, Rafael Urrutia, übergab dem neuen Team symbolisch das Archiv mit fast 55.000 Akten zu Menschenrechtsvergehen aus der Bürgerkriegszeit (1980–1991). Geleitet wird die Fachstelle von dem katholischen Geistlichen Luis Coto.

Das Erzbistum San Salvador hatte Ende September überraschend das Menschenrechtsbüro geschlossen . Nach Protesten kündigte Erzbischof Jose Luis Escobar Alas eine Neustrukturierung an. Die Menschenrechtsarbeit sollte künftig in einem Zentrum für Dokumentation zusammengefasst werden. Kritiker befürchteten, das Archiv der Menschenrechtsverletzungen könne verloren gehen. Zwischenzeitlich bot Staatspräsident Mauricio Funes eine Übernahme an.

Das international anerkannte Menschenrechtsbüro war 1982 gegründet worden, um die Hintergründe des Attentats an San Salvadors Erzbischof Oscar Arnulfo Romero (1917–1980) sowie Verbrechen während des Bürgerkrieges in El Salvador (1980–1991) aufzuklären. Die Anfänge des Büros liegen im Jahr 1977, als Romero eine Anlaufstelle für Opfer von Menschenrechtsverletzungen ins Leben rief.

Erzbischof Romero wurde als Anwalt für die Rechte der Armen und Unterdrückten über die Grenzen Mittelamerikas hinaus bekannt. Die Hintergründe seines Todes sind bis heute nicht vollständig aufgeklärt.

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