Papst prangert Menschenhandel an

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  • Vatikanstadt - 13.12.2013

Papst Franziskus ruft die Staaten und die internationale Gemeinschaft zu wirksamen Maßnahmen gegen die „soziale Plage“ des Menschenhandels auf. Ausbeutung von Personen als Arbeitskraft oder Sexobjekt sei eine Form der Sklaverei, eine Schande und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, sagte er am Donnerstag vor neuen Botschaftern von 17 Ländern.

„Wir müssen unsere Kräfte vereinen, um die Opfer zu befreien, und um dieses immer aggressiver auftretende Verbrechen zu stoppen“, so Franziskus. Gefragt seien angemessene Gesetze in den Herkunfts-, Transit- und Ankunftsländern der Opfer. Auch geeignete Einwanderungsregelungen könnten das Problem reduzieren.

Menschenhandel bedeute eine schwere Verletzung der Menschenrechte und sei eine „Niederlage für die Weltgemeinschaft“. Solcher Handel bedrohe nicht nur einzelne Personen, sondern auch die Werte einer Gesellschaft und die internationale Sicherheit und Justiz, betonte der Papst vor den Diplomaten, die ihm ihre Akkreditierungsschreiben überreichten.

Opfer dieses Verbrechen seien Millionen von Männern, Frauen und Kindern. Menschenhandel sei häufig auch mit anderen Formen der Kriminalität verbunden, etwa Drogen- und Waffenschiebereien, Schleuserbanden oder der Mafia. Leider seien mitunter auch öffentliche Angestellte oder Mitglieder von Friedenskontingenten involviert.

„Wir müssen mehr Bewusstsein schaffen“

Erzbischof Schick über Menschenhandel und Zwangsprostitution.

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Auch Maßnahmen auf kultureller Ebene

Regierungen und internationale Institutionen hätten bereits viel im Kampf gegen das Verbrechen des Menschenhandels unternommen, lobte der Papst. Notwendig seien aber außer politischem Willen auch Maßnahmen auf kultureller Ebene und im Bereich der Kommunikation.

Der Kampf gegen den Menschenhandel sei eine Aufgabe für Christen wie für Nichtchristen, sagte Franziskus. Alle müssten sich im Namen der Menschlichkeit bemühen, die Leiden der Opfer zu lindern und für ihre Befreiung aus den Fängen dieses schrecklichen Handels zu sorgen. An der Audienz nahmen unter anderen die neuen Vatikanbotschafter mehrerer nordischer Länder sowie aus Algerien, Pakistan, Jordanien und Palästina teil.

Bereits Anfang November hatte Papst Franziskus zu einem internationalen Kongress gegen den Menschenhandel in den Vatikan eingeladen. Der argentinische Bischof Marcelo Sanchez Sorondo, Kanzler zweier päpstlicher Akademien, sagte damals: „Der Papst wollte ausdrücklich, dass die päpstlichen Akademien das Problem des Menschenhandels angehen.“ Er habe die Wissenschaftler aufgefordert, dass man diese „neuen Formen der Sklaverei inklusive Organhandel studiert“. (bod/KNA)

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