Misereor: Druck auf syrische Konfliktparteien erhöhen

  • Aachen - 11.12.2013

Das katholische Hilfswerk Misereor hat an die Bundesregierung appelliert, den Druck auf die syrischen Konfliktparteien zu erhöhen. Zugleich dürfe die humanitäre Hilfe jetzt nicht abreißen, mahnte Misereor am Mittwoch in Aachen.

„Die Politik hat offenbar kapituliert und hat sich mit der Erklärung der syrischen Regierung, Chemiewaffen zu vernichten, zufriedengegeben“, kritisierte Misereor-Bischof Werner Thissen. Dabei gingen die Angriffe auf die Zivilbevölkerung vonseiten der Regierung und der Rebellen aber ungehindert weiter. Die nächste Friedenskonferenz in Genf im Januar müsse dringend Ergebnisse bringen, forderte der Erzbischof. „Wir dürfen die Menschen in Syrien und Millionen von Flüchtlingen in den Nachbarländern jetzt nicht vergessen“, so Thissen, „gerade weil das Thema in Deutschland kaum noch Schlagzeilen macht.“

Insgesamt kamen seit Ausbruch des Konfliktes nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte über 120.000 Menschen ums Leben. Über 4,25 Millionen Menschen sind laut UNHCR innerhalb Syriens auf der Flucht und mehr als 2,3 Millionen syrische Flüchtlinge befinden sich im Ausland. Menschenhandel, Prostitution von Frauen und Kindern, Obdachlosigkeit und schwere Traumata seien Folgen der prekären Lebenssituation, hieß es.

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