Kampf gegen das Chaos

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  • Katastrophe - 14.11.2013

Angesichts der immer noch dramatischen Situation auf den Philippinen nach dem Taifun „Haiyan“ weitet das katholische Hilfswerk MISEREOR die Hilfe für die notleidende Bevölkerung massiv aus. Insgesamt 300.000 Euro stehen für Nothilfemaßnahmen zur Verfügung. Ein zweiter Sturm, der vor allem in Form von heftigen Regenfällen die Region getroffen habe, mache die Situation für die Notleidenden und Helfer noch schwieriger, teilte das Hilfswerk jetzt mit.

MISEREOR-Mitarbeiter Elmar Noé ist derzeit auf der Insel Panay. Er berichtet, dass die Lage der Menschen in den vom Taifun am schwersten betroffenen Gebieten noch immer verzweifelt ist: "Die Hilfslieferungen treffen jetzt ein, aber die Verteilung gestaltet sich teilweise sehr schwierig. Der Bedarf ist viel größer als Hilfsgüter vergeben werden können.“ So komme es immer wieder zu Gewalt und Chaos.

In dieser Situation kann MISEREOR auf die genauen Ortskenntnisse der philippinischen Partner bauen. Diese haben die nötigen Kontakte, um Hilfsgüter zu beschaffen, und die logistischen Möglichkeiten, die Verteilung so breit wie möglich zu organisieren.

„Die Umwelt rächt sich“

Wie das Hilfswerk missio mitteilt, werden vor allem Lebensmittel, Trinkwasser, Hygieneartikel und Medikamente dringend gebraucht. Die zerstörte Infrastruktur erschwere jedoch den Transport und die Verteilung. missio-Projektpartnerin und Missionsbenediktinerin Schwester Stella Matutina aus Mindanao sieht einen Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der Zerstörung durch den Sturm und der Umweltzerstörung auf den Philippinen: „Die Umwelt rächt sich, nachdem wir sie jahrelang missbraucht haben“.

Fünf Tage nach dem Taifun Haiyan haben 36 Staaten und internationale Organisationen Unterstützung für die Philippinen zugesagt. Die Finanz- und Sachhilfen belaufen sich nach Regierungsangaben mittlerweile auf umgerechnet 66,7 Millionen Euro. Vonseiten der katholischen Kirche in Deutschland haben Hilfswerke und Bistümer mehrere Hunderttausend Euro zur Verfügung gestellt.

Der philippinische Staatspräsident Benigno Aquino sagte am Mittwoch, das Volk habe in den vergangenen Tagen „viele Gründe zur Dankbarkeit“ erlebt. Er verwies auf die Hilfen aus dem Ausland, aber auch auf den Einsatz der Bevölkerung selbst. Die Nation habe erneut ihre Tugenden von „Stärke und Mitgefühl“ unter Beweis gestellt.

„Solidarität aus Glauben und Gebet, verbunden mit fester Entschlossenheit, zeigen der Welt, dass nichts den philippinischen Geist wanken machen kann. Der Allmächtige hat uns die Ausdauer geschenkt, solchen Tragödien standzuhalten, sicher in unserem Glauben, dass Gott uns weiter führt in der Sorge für unsere Landsleute, dem Wiederaufbau unserer Nation und dem Schaffen einer Zukunft“, so Aquino in seiner Erklärung. (mit Material von KNA)

Von Christoph Meurer

"Wie der Tsunami 2004"

Bonn - 12.11.2013: Nach dem Taifun "Haiyan" herrscht auf den Philippinen weiterhin Chaos. Seit dem Wochenende kommen erste Hilfsorganisationen auf den Inseln an, versuchen sich einen Überblick zu verschaffen und zu helfen. Auch christliche Hilfswerke sind im Einsatz. Ihnen zeigt sich ein Bild unvorstellbarer Zerstörung.

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Hier können Sie spenden:

Caritas international: Spenden mit dem Stichwort "Nothilfe Taifun" werden erbeten an:

  • Caritas international, Freiburg, Spendenkonto 202 bei der Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe (BLZ 660 205 00) oder im Internet unter www.caritas-international.de
  • Charity SMS: SMS mit CARITAS an die 8 11 90 senden (5 Euro zzgl. üblicher SMS-Gebühr, davon gehen direkt an Caritas international 4,83 Euro)

Misereor: Stichwort "Süd-Ost-Asien", Konto 10 10 10, BLZ 370 601 93 Pax Bank, Aachen

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