Renovabis feiert 20-Jähriges

  • Berlin/Freising - 08.11.2013

Die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa, Renovabis, hat gestern ihr 20-jähriges Bestehen mit einem Festakt in Berlin gefeiert. Seit der Gründung 1993 in Trier konnten 20.000 Projekte mit rund 580 Millionen Euro ermöglicht werden. In der Katholischen Akademie in Berlin feierte Renovabis am 7. November den 20. Geburtstag mit einem Fachgespräch, einer Vesper und mit einem Festakt am Donnerstagabend. Den Festvortrag hielt die Präsidentin der Viadrina School of Governance, Dr. Gesine Schwan. Dazu kamen 150 Partner und Freunde von Renovabis aus dem In- und Ausland.

„Wo steht der Osten Europas heute?“, hieß die Leitfrage der Renovabis-Fachakademie. Themenexperten und Länderfachleute gingen der Frage nach, ob die gesellschaftliche Um- und Neuorientierung in Mittel- und Osteuropa ihr Ziel bereits erreicht habe, ob Kirche und Religion Potenziale für den Wandel bieten und ob der christliche Glaube für Europa ein Zeichen der Hoffnung darstellt. Professor Dr. Gesine Schwan, Präsidentin der Humboldt-Viadrina School of Governance, stellte in ihrem Festvortrag „Die Bedeutung Mittelosteuropas in der Krise der Europäischen Union“ in den Mittelpunkt.

Kardinal Meisner: „Sich für den Nächsten interessieren und zum Segen werden“

Der langjährige Trägerkreisvorsitzende von Renovabis, Joachim Kardinal Meisner, zitierte zum Jubiläum das Gleichnis vom barmherzigen Samariter und appellierte schlicht, in dessen und Jesu Nachfolge zu handeln. Man müsse sich für seinen Nachbarn als seinem Nächsten interessieren. Wenn dem Mitmenschen etwas fehle, gelte es, dies zu bemerken und bestmögliche Abhilfe zu schaffen, sich für ihn einzusetzen.

Lob von US-Bischöfen

Die US-Bischöfe Kardinal Theodore E. McCarrick (83) und Blase J. Cupich (64) sprachen Renovabis während des Festaktes Lob und Anerkennung aus. Beide hoben die gute Zusammenarbeit zwischen der Solidariätsaktion und dem US-Hilfswerk „Aid to the Church in Central and Eastern Europe“ hervor, dessen Mitbegründer McCarrick, Alterzbischof von Washington, ist.

Die Bischöfe ehrten das Osteuropa-Hilfswerk Renovabis für sein Engagement. Renovabis

Kardinal Woelki und Erzbischof Schick würdigten das Hilfswerk

„Sendest du deinen Geist aus, so werden sie alle erschaffen, und du erneuerst das Antlitz der Erde“. An diesen Psalm erinnerte der Berliner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki „als Gründungsurkunde des Hilfswerks Renovabis“, von der sich auch der Name herleite. Woelki würdigte die Solidaritätsaktion als „wichtige Brücke zwischen Ost und West“. Sie leiste „echte und überzeugende Pionierarbeit“ und sei in ihren Projekten „offen für alle Menschen in Not“, sagte der Berliner Erzbischof am Donnerstag in Berlin.

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, verwies auf das Statut von Renovabis und zitierte daraus drei Sätze, die die Richtung für Renovabis vorgeben: „Die Missachtung der Würde der menschlichen Person hat die Fundamente der Gesellschaft in Mittel- und Osteuropa weithin zerstört. Zweitens: Die den Menschen zugefügten Wunden brauchen Heilung. Und drittens: Eine auf Gerechtigkeit gegründete Ordnung soll entstehen, die Frieden zwischen den Menschen und den Völkern verbürgt.“ Für dieses Ziel hätten sich Millionen Gläubige in Deutschland eingesetzt.

Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pater Stefan Dartmann SJ betonte, dass das 20-jährige Bestehen von Renovabis Anlass zu Rückschau und Ausblick bietet. Für ihn sei wichtig, auch im Blick auf die kommende Pfingstaktion und alle Renovabis-Freunde, „wie die neue Freiheit nach dem Ende des Kommunismus gestaltet worden ist“, und dabei etwa auch, welche Rolle die Kirche vor Ort übernehmen kann und welche Perspektive die Solidarität mit dem Osten Europas hat. Für Pater Dartmann führt die Perspektive von „unserem kleinen Jubiläum 2013 zum Gedenkjahr 2014 – ‚25 Jahre Wende‘, in dem Solidarität und Freiheit auch von Renovabis angemessen zu buchstabieren sein werden.“ (lek mit Renovabis/DBK/KNA)

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Renovabis

Renovabis wurde 1993 auf Anregung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) von den deutschen Bischöfen gegründet. Seither gibt es jedes Jahr eine mehrwöchige bundesweite Renovabis-Pfingstaktion. Sie endet jeweils am Pfingstsonntag mit einer Kollekte in allen katholischen Gottesdiensten in Deutschland.

Seit seiner Gründung förderte Renovabis nach eigenen Angaben über 19.100 Projekte in 29 Staaten Mittel-, Ost- und Südosteuropas mit fast 560 Millionen Euro. Das Spektrum reicht von kirchlich-pastoralen über sozial-karitative bis hin zu Bildungs- und Medienprojekten. Dabei steht die „Hilfe zur Selbsthilfe“ im Vordergrund. So vergibt das Hilfswerk jährlich rund 100 Ausbildungsstipendien an junge Osteuropäer.

(KNA)

www.renovabis.de