Hoffnung auf Frieden in Mindanao

  • Bonn - 30.10.2013

Der Friedensprozess auf der Insel Mindanao im Süden der Philippinen stand im Mittelpunkt der Ökumenischen Philippinenkonferenz , die vom 25. bis 27.Oktober 2013 in der Evangelischen Akademie des Rheinlands in Bonn Bad Godesberg stattfand.

Das im Oktober 2012 geschlossene Rahmenabkommen zwischen der philippinischen Regierung und der islamistischen Bewegung „Moro Islamic Liberation Front“ (MNLF) sieht eine Autonomieregion im Südwesten Mindanaos vor, in der die muslimische Bevölkerung die Mehrheit der Bevölkerung darstellt.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 29. Ökumenischen Philippinenkonferenz Missionszentrale der Franziskaner

Doch der Weg der Umsetzung dieses Rahmenabkommens für die Autonomieregion, Bangsamoro genannt, gestaltet sich schwierig. Die Hauptleidtragenden des Bürgerkrieges, die Zivilbevölkerung, die immer wieder in das Kreuzfeuer der bewaffneten Parteien gerät, saßen lange nicht mit am Verhandlungstisch. Ihre Opfer, ihre Entbehrungen, aber auch ihre Erwartungen waren nicht gefragt. Das hat sich geändert. Man hat eingesehen, dass das zivilgesellschaftliche Engagement zahlreicher regionaler Nichtregierungsorganisationen dringend nötig ist, um den jahrzehntelangen gewaltsamen Konflikt endlich zu überwinden.

Zäher Verlauf der Friedensgespräche

Mary Ann Arnado, Direktorin des Mindanao Peoples Caucus , einer Organisation, die sich für die Rechte der betroffenen Bevölkerungsgruppen in diesem Konflikt einsetzt, berichtete von dem zähen Verlauf der Friedensgespräche, die in Kuala Lumpur (Malaysia) stattfinden. Aber der Weg zu Frieden ist schwierig. Immer wieder wurden die inzwischen 41 Verhandlungsrunden durch Kampfhandlungen in Mindanao unterbrochen, deren Folgen jeweils Hunderttausende von internen Flüchtlingen waren.

Mary Ann Arnado, Direktorin des „Mindanao Peoples Caucus“ Missionszentrale der Franziskaner

In einer Krisenregion kann Frieden aber nur dann eine Chance erhalten, wenn die entstehenden Autonomiegebiete wirtschaftlich überleben können. So geht es bei den Gesprächen auch um Landbesitz, Bodenschätze und letztlich Arbeitsplätze. Frau Arnado beschrieb die Schwierigkeit, jungen Männern, die jahrelang als Rebellen gekämpft haben, eine zivile berufliche Perspektive anzubieten. Daher unterstützen zum Beispiel sowohl das Hilfswerk Misereor als auch Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst zahlreiche lokale Organisationen, die sich für eine Überwindung des Konfliktes und für den Dialog zwischen Muslimen, Christen und der indigenen Bevölkerung in Mindanao einsetzen.

In der Ökumenischen Philippinenkonferenz arbeiten in Deutschland verschiedene kirchliche und zivilgesellschaftliche Organisationen zusammen, die den Prozess der Umsetzung dieses Rahmenabkommens kritisch begleiten und darüber berichten. Denn die Gründung Bangsamoros, die Präsident Benigno Aquino bis zum Ende seiner Amtszeit im Jahr 2016 anstrebt, setzt gleichzeitig einen politischen Reformprozess in Gang, der neue föderale Strukturen in den Philippinen schaffen und damit eine Perspektive für mehr Demokratie und Rechtssicherheit bieten kann.

© Arbeitskreis Ökumenische Philippinenkonferenz