Adveniat lobt Papstbeitrag zu indigener Autonomie in Mexiko

  • Essen - 10.10.2013

Als einen „wichtigen Beitrag zur Autonomie der indigenen Völker“ sieht das bischöfliche Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat die jüngste Freigabe der Übersetzung für die Sakramente in zwei indigene Sprachen in Mexiko durch Papst Franziskus. „Die Ureinwohner Mexikos sind vor 500 Jahren in einer fremden Sprache evangelisiert worden und können nun die Sakramente in ihrer eigenen Sprache feiern“, erklärte Adveniat-Geschäftsführer Prälat Bernd Klaschka am Mittwoch in Essen. Dadurch sei den Menschen in der mexikanischen Region Chiapas nun ein ganz anderer Zugang zum christlichen Glauben möglich.

Papst Franziskus hat nach Angaben von Bischof Felipe Arizmendi Esquivel aus der Region Chiapas die Übersetzung der Formeln für die Sakramente der Taufe, der Kommunion und der Firmung in die Sprachen Tzotzil und Tzeltal autorisiert. Sie sind damit die ersten indigenen Sprachen Mexikos, die eine solche Genehmigung aus Rom erhalten haben.

Klaschka betonte, die indigenen Sprachen würden damit von der Kirche als gleichberechtigt angesehen. Das sei in Mexiko nicht selbstverständlich, da die Amtssprache Spanisch ist. Für die Kirche selbst bedeute der Schritt eine Umsetzung der Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965). Sie bezeichnet den Gebrauch der Muttersprache bei der Sakramentenspendung und in den anderen Bereichen der Liturgie für das Volk als sehr nützlich, führte der Adveniat-Geschäftsführer aus.

Adveniat unterstützt seit Jahren die Indianermissionszentrale CENAMI in Mexiko und die Jesuitenmission im Bundesstaat Chiapas, die maßgeblich für die Übersetzung der Bibel in die Sprachen der Indigenen vor Ort (hauptsächlich Tzeltales und Tzotziles) verantwortlich ist. Darüber hinaus fördert das Hilfswerk unterschiedliche Projekte in Bischof Arizmendis Diözese San Cristóbal de las Casas, die den Indigenen zugutekommen und auf einer ganzheitlichen Pastoral und der Thología India basieren. Der jetzige Bischof führe laut Klaschka fort, was sein Vorgänger, Samuel Ruiz García, begonnen hatte. (KNA/Adveniat)

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