Kubas Bischöfe fordern politische Reform

  • Havanna - 18.09.2013

Die katholische Kirche in Kuba hat eine neue politische Ordnung auf der kommunistisch regierten Karibikinsel, verbesserte Beziehungen zu den USA und mehr Raum für privatwirtschaftliche Initiativen gefordert. In einem am Sonntag (Ortszeit) auf der Internetseite der Kubanischen Bischofskonferenz veröffentlichten pastoralen Schreiben rufen die Bischöfe die Regierung um Präsident Raul Castro auf, das politische System des Landes zu reformieren: „Die Hoffnungen auf eine bessere politische Zukunft beinhalten auch eine neue politische Ordnung.“

Die Kirchenvertreter berufen sich in ihrem Schreiben auf bereits vollzogene erste Reformen in der kubanischen Wirtschaft. Diese könnten als Beispiel dienen, auch die Politik des Landes zu reformieren. Zugleich unterstrich die Kubanische Bischofskonferenz, dass sie für einen „Dialog für die nationale Versöhnung“ zur Verfügung stehe. Dieser sei notwendig geworden, um den Massenexodus von der Insel zu stoppen. Allein im Jahr 2012 hätten 46.000 Menschen die Insel verlassen. Beobachter werten das Schreiben als die direkteste Aufforderung zu politischen Reformen seit dem Jahr 1993, als Kuba unter einer schweren Wirtschaftskrise litt

Bischöfe sehen Reformforderung als konstruktive Kritik

Am Montag (Ortszeit) appellierte der stellvertretende Generalsekretär der Kubanischen Bischofskonferenz, Jose Felix Perez, an Präsident Raul Castro, das Reformpapier der Bischöfe positiv aufzunehmen. „Wir hoffen, dass der Brief mit dem gleichen Geist gelesen wird wie er geschrieben wurden: konstruktiv“, sagte Perez laut einem Bericht der BBC in Havanna. Die kubanische Regierung habe das Schreiben bereits vor der Veröffentlichung zur Kenntnis erhalten.

Das über Jahrzehnte angespannte Verhältnis der katholischen Kirche und der kommunistischen Regierung hat sich in den vergangenen Jahren entspannt. Dem Vorsitzenden der Kubanischen Bischofskonferenz und Erzbischof von Havanna, Kardinal Jaime Ortega, gelang es vor zwei Jahren in direkten Gesprächen mit Präsident Castro, die Freilassung fast aller politischen Häftlinge zu erreichen, die nach dem sogenannten „Schwarzen Freitag“ im März 2003 verhaftet worden waren. Die große Mehrheit wurde nach Spanien ausgeflogen. Nach dem Besuch von Papst Benedikt XVI. im März 2012 hatte die Regierung des Landes zudem den Karfreitag zum Feiertag erklärt. (KNA)

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