Vatikan ermittelt gegen Nuntius wegen Pädophilie-Vorwurf

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  • Rom - 16.09.2013

Der Vatikan will mit den dominikanischen Behörden in Missbrauchsermittlungen gegen den ehemaligen Nuntius in dem Karibikstaat zusammenarbeiten. Vatikansprecher Federico Lombardi erklärte am Donnerstag laut italienischen Medien, man habe dem Botschafter der Dominikanischen Republik beim Heiligen Stuhl bereits vor Wochen die Bereitschaft zur Kooperation angeboten, wenn diese gewünscht sei. Die Rückberufung des beschuldigten Papstbotschafters Jozef Wesolowski entziehe ihn nicht seiner „Verantwortung für das, was möglicherweise festgestellt wird“, so Lombardi.

Laut dominikanischen Medienberichten ermittelt die Justiz wegen des Verdachts auf Kindesmissbrauch gegen den ehemaligen Apostolischen Nuntius. Staatsanwalt Bolivar Sanchez untersucht demnach den Fall von fünf Minderjährigen im Alter von 13 bis 18 Jahren, denen Wesolowski kleinere Geldsummen für sexuelle Dienstleistungen gezahlt haben soll. Gegen einen ehemaligen Mitarbeiter des Nuntius, einen ebenfalls aus Polen stammenden Geistlichen, hat die Staatsanwaltschaft mittlerweile einen internationalen Haftbefehl wegen des Vorwurfs des Kindesmissbrauchs erlassen. Er befindet sich seit Bekanntwerden der Vorwürfe auf der Flucht.

Vatikansprecher Lombardi erklärte weiter, Santo Domingos Kardinal Nicolas Lopez habe Papst Franziskus umgehend über „ernste Anschuldigungen“ gegen den vatikanischen Botschafter informiert. Nach diesem Hinweis im Juli habe das vatikanische Staatssekretariat Anfang August, unmittelbar nach der Brasilienreise des Papstes, den Nuntius zurückgerufen und ihn von seinem Amt entbunden. Im gleichen Zug habe die für kircheninterne Strafverfolgung zuständige Glaubenskongregation Untersuchungen aufgenommen. Offiziell trat Wesolowski am 21. August zurück.

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