„Das ganze Jahr über Faire Woche“

  • Bad Honnef - 13.09.2013

Heute ist der Startschuss zur Fairen Woche gefallen. Vom 13. bis 27. September laden Weltläden, Hilfswerke, Jugendgruppen, Supermärkte, Schulen und Städte zu mehr als 2.000 Aktionen rund um den Fairen Handel ein. Auch die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) ist wieder mit dabei. Natalie Hohmann, KLJB-Referentin für Internationale Entwicklung, spricht über die Anfänge des Fairen Handels in Deutschland und erläutert, warum für sie das ganze Jahr über Faire Woche ist.

Frage: Die katholischen Jugendverbände haben maßgeblich dazu beigetragen, den Fairen Handel in Deutschland einzuführen. Wie engagiert sich die KLJB in diesem Bereich?

Hohmann: Schon seit seinen Anfängen in Deutschland ist der Faire Handel ein Schwerpunktthema unseres Verbandes. Der Gedanke eines internationalen fairen und gerechten weltweiten Handels wurde maßgeblich durch unsere bereits bestehenden Partnerschaftsverbindungen in die Länder des globalen Südens geprägt. Seit den 90er Jahren vertreiben wir unseren eigenen fairen Kaffee, der von einer Kooperative in Äthiopien produziert wird. Etwa zur gleichen Zeit entstand unsere öko-faire Textilmarke LamuLamu . Das Besondere daran ist, dass die gesamte Herstellung in Ostafrika stattfindet. Während beispielsweise die Bio-Baumwolle in Tansania gepflückt und gesponnen wird, findet die Konfektionierung und Veredelung der Kleidung in Kenia statt. Das Thema „Fairer Handel“ zieht sich somit durch unsere ganze Verbandsarbeit. Wir sind Mitglied im Transfair e. V. und über den Bund der Deutschen Katholischen Jugend ( BDKJ ) Gesellschafter der GEPA , Europas größtem Fair-Handels-Haus. Zudem sind wir Mitträger der Kampagne für Saubere Kleidung .

Frage: Wie wichtig ist es, gerade Jugendliche für Fairen Handel und kritischen Konsum zu sensibilisieren?

Fair gehandelte Produkte. KNA

Hohmann: Es ist sehr wichtig, die Jugendlichen darauf aufmerksam zu machen, dass sie mit ihrer Kaufentscheidung etwas bewegen können. Und die Praxis zeigt: Es kommt etwas an. Die Jugendlichen zeigen an den unterschiedlichsten Bereichen des Fairen Handels Interesse. Es gibt ja nicht nur fairen Kaffee und faire Schokolade. Produkte wie Kleidung und Handy sind eng mit der Lebenswelt der Jugend verknüpft und spielen daher eine große Rolle für sie.

Frage: Mit welchen Kampagnen und Aktionen beteiligt sich die KLJB an der Fairen Woche?

Hohmann: In der Fairen Woche machen wir auf Bundes- und Ortsebene verschiedenste Aktionen. Wir verbreiten zum einen über unsere Webseite und die sozialen Netzwerke Informationen zur Fairen Woche. Zum anderen gestalten wir nächsten Dienstag einen Gottesdienst, der sich mit dem Thema Fairer Handel auseinandersetzt. Außerdem beteiligen wir uns am „Fairer Kaffee“-Tag. Unabhängig von der Fairen Woche findet vom 13. bis 14. September auch ein Aktionswochenende zum Thema „Menschenrechte – FAIRhandelbar!?“ statt. An diesem können alle interessierten KLJBlerInnen teilnehmen. Der Faire Handel ist also bei uns sehr präsent.

Frage: Was kann eine Aktion wie die Faire Woche bewirken? Geht es allein um Bewusstseinsbildung oder ergeben sich daraus auch konkrete Projekte?

Hohmann: Ich glaube, dass die Faire Woche dazu beiträgt, das Thema Fairer Handel in eine breite Öffentlichkeit zu tragen. Daher begrüßen wir solche Aktionen sehr. Ob aus der Fairen Woche auch größere Projekte hervorgehen, ist schwierig zu sagen. Wichtig ist in jedem Fall, Jugendliche langfristig für das Thema Fairer Handel zu sensibilisieren, zum Beispiel über die Arbeit in einem Verband. Die KLJB war von Anfang an bei der Gestaltung und Umsetzung des Fairen Handels dabei. Neben dem fairen Kaffee und der Marke „LamuLamu“ informieren wir via Arbeitskreise, Gruppenstunden und Publikationen über das Thema. Die Faire Woche ist also nur eine Initiative von sehr vielen, die wir unterstützen und wo wir uns engagieren. Für uns ist das ganze Jahre über Faire Woche.

Frage: Wie kann ich konkret bei der Fairen Woche mitmachen?

Hohmann: Die Faire Woche hat eine übersichtlich gestaltete Homepage , auf der man Aktionen selbst einstellen und planen und auch Materialien bestellen kann. Von Fairkostungen bis Ausstellungen und Infoveranstaltungen ist dort alles zu finden. Das Internet bietet hier eine gute Möglichkeit, sich zu informieren und einfach mitzumachen.

Das Interview führte Lena Kretschmann.

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