Christen in aller Welt beteten mit dem Papst um Frieden

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  • Vatikanstadt/Bonn - 09.09.2013

Millionen Christen in aller Welt sind am Wochenende dem Aufruf von Papst Franziskus gefolgt und haben für eine friedliche Lösung des Syrienkonflikts gefastet und gebetet. Zentrale Veranstaltung war eine vierstündige Gebetswache auf dem Petersplatz in Rom mit mehreren zehntausend Menschen. „Gewalt und Krieg sind niemals der Weg des Friedens“, sagte das Kirchenoberhaupt in einem eindringlichen Appell. Krieg sei immer eine „Niederlage für die Menschheit“.

Der Papst mahnte die Staatengemeinschaft zu verstärkten Anstrengungen für eine „gerechte Lösung“ des Syrienkonflikts ohne weiteren Waffeneinsatz und Gewalt. Zugleich verurteilte er Waffenlieferungen aller Art. Ein Ende des Syrienkonflikts sei nur durch Vergebung, Dialog und Versöhnung zu erreichen. Friede bedeute jedoch kein uneingeschränktes Nachgeben und könne nicht „losgelöst von den Pflichten der Gerechtigkeit“ sein.

Der Gebetsinitiative hatten sich neben Katholiken in aller Welt auch Christen anderer Konfessionen, Juden und Muslime angeschlossen. Von Washington über Bagdad und Manila bis Sydney beteten Millionen Menschen für ein Ende des Blutvergießens. Sogar in Syrien selbst kamen Muslime, Christen und Juden in der Omajjaden-Moschee der Hauptstadt Damaskus zu einem gemeinsamen Gebet zusammen.

Deutsche Bischöfe und Gläubige im Gebet

Auch in Deutschland folgten zahlreiche Bischöfe, Priester und Gläubige dem Aufruf von Papst Franziskus. Die Deutsche Bischofskonferenz hatte im Vorfeld alle Gemeinden aufgefordert, in den Gottesdiensten oder in zusätzlichen Andachten und Gebetsstunden auf das Anliegen einzugehen.

„Vor Flüchtlingen nicht fürchten“, betont der Berliner Kardinal Rainer Maria Woelki. KNA

In Berlin betonte Kardinal Rainer Maria Woelki, das Gebet könne dazu beitragen, „dass der Friede Denken und Handeln bestimmt“. Nach dem Friedensgebet im Trierer Dom freute sich Bischof Stephan Ackermann über die „große Resonanz“ auf den Aufruf des Papstes und sprach von einer „Chance über alle Konfessions- und Religionsgrenzen hinweg“. Wenn der Papst immer mehr „als Fürsprecher für die Menschlichkeit“ anerkannt werde, sei dies „ein starkes Signal“, so Ackermann.

Münsters Bischof Felix Genn rief bei einem Gottesdienst mit Ehejubilaren zur Versöhnung auf, die „auch in dem entsetzlichen Geschehen in Syrien möglich sein“ müsse. Auch Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode und der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer nahmen an zentralen Friedensgebeten in ihren Bistümern teil.

US-Bischöfe gegen Militärintervention

Unterdessen bekräftigten die katholischen Bischöfe der USA ihre ablehnende Haltung gegen ein militärisches Eingreifen in Syrien. Eine solche Intervention wäre „nur kontraproduktiv“ und würde „die Dinge nur noch schlimmer machen“.

Papst Franziskus setzt zudem nicht auf das Gebet allein. In den vergangenen Tagen nutzte er auch die ihm zu Gebote stehenden diplomatischen Kanäle, um auf eine friedliche Beilegung des Konflikts hinzuwirken. So appellierte er in einer Botschaft eindringlich an die Staats- und Regierungschefs der G20, weiteres Blutvergießen zu verhindern. Berichte, der Papst habe mit Syriens Staatschef Assad selbst telefoniert, dementierte der Vatikan zwar, deutete aber zugleich Kontakte zwischen der päpstlichen Botschaft in Damaskus und der syrischen Regierung an.

(KNA)

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