Eine Kerze für den Frieden

  • © Bild: KNA
  • Bonn - 04.09.2013

Katholische Bischöfe und weltkirchliche Organisationen haben die Menschen in Deutschland zum Friedensgebet für Syrien aufgerufen. Der Berliner Kardinal Rainer Maria Woelki lud am Dienstag ausdrücklich auch nichtreligiöse Menschen zum von Papst Franziskus für Samstag ausgerufenen weltweiten Gebetstag für Syrien ein. Auch Missio Aachen , das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und die katholische Friedensbewegung Pax Christi riefen am Mittwoch zur Beteiligung auf.

„Wir wissen aus vielen Gesprächen mit Christen und Christinnen aus Syrien, wie wichtig diese spirituelle Solidarität für sie ist. Eine ähnliche Erfahrung haben wir erst jüngst nach einem Solidaritätsgottesdienst für die Menschen in Ägypten gemacht“, sagte Prälat Klaus Krämer, Präsident von Missio Aachen und des Kindermissionswerks.

Wer mit Papst Franziskus eine Gebetswache für den Frieden halte, zeige gleichzeitig aber auch seine Solidarität mit denjenigen Christen im Nahen Osten, die sich für Flüchtlinge und die Menschen in Syrien einsetzen. „Auch die Helfer und Helferinnen brauchen ein solches Gebet, um ihnen Kraft für ihren schwierigen Dienst zu geben“, sagte Krämer. Sowohl Missio als auch das Kindermissionswerk unterstützen Ordensgemeinschaften und christliche Einrichtungen, die syrische Flüchtlinge betreuen.

Auch Pax Christi unterstützt den eindringlichen Appell des Papstes. Die Organisation teile die leidvolle Sorge und die Ängste des Heiligen Vaters angesichts der Situation in Syrien, erklärte Horst-Peter Rauguth, der Geistliche Beirat der Pax Christi-Sektion in Deutschland, am Mittwoch. „Wir rufen alle unsere Mitglieder auf, den Impuls von Papst Franziskus aufzugreifen“, so Rauguth.

Im „wilden“ Flüchtlingslager von Damhamieh (Bekaa-Tal, Libanon) haben sich 100 syrische Flüchtlingsfamilien aus Homs am Rande eines Neubaugebietes niedergelassen. Caritas international

Bischöfe: Betet für den Frieden

Kardinal Rainer Maria Woelki sagte in einem vorab veröffentlichten Beitrag für den RBB-Hörfunk: „Zünden Sie eine Kerze an für den Frieden in der Welt, schicken Sie den Menschen in den Kriegsgebieten Ihre guten Gedanken“. Der Berliner Oberhirte fügte hinzu: „Lassen Sie sich ein auf ein Netz von Friedensinitiativen, das alle Frauen und Männer guten Willens verbindet – die Muslima in Kreuzberg genauso wie den Papst in Rom.“

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner appellierte ebenso an alle Bürger, sich am Friedensgebet zu beteiligen. „Unsere Kraftlosigkeit scheint immer dann am größten, wenn es darum geht, Streit und Krieg zu beenden und den Hass zu überwinden. Bitten wir also Christus, der allen Hass überwunden hat und uns dadurch Kraft schenken will, damit wir in seinem Geiste Frieden schaffen“, sagte er in Köln.

„Auch mich bewegt seit Beginn dieses mörderischen Konflikts die Sorge um die Menschen in Syrien“, sagte der Trierer Bischof Stephan Ackermann, der zugleich Vorsitzender der deutschen Kommission Justitia et Pax ist. „Ich bitte daher alle Gläubigen im Bistum Trier, sich das Gebetsanliegen des Papstes zu Eigen zu machen und sich in die ‚Kette des Einsatzes für den Frieden‘ einzureihen.“

Mit einem eindringlichen Appell hatte der Papst am vergangenen Sonntag angesichts der sich zuspitzenden Lage im Nahen Osten die Weltkirche zu einem Gebets- und Fastentag aufgerufen. Er lud auch andere christliche Konfessionen, Religionen und alle Menschen guten Willens ein, sich der Initiative im Rahmen ihrer jeweiligen Vorschriften anzuschließen.

Der Papst selbst will am Samstag auf dem Petersplatz eine Gebetswache für Frieden in den Krisenherden der Welt, vor allem in Syrien, leiten. Das Treffen beginnt nach Vatikanangaben um 19 Uhr und dauert bis 23 Uhr. (lek/meu/KNA)

© weltkirche.katholisch.de

Liturgische Hilfen

Die Deutsche Bischofskonferenz und Pax Christi stellen Gebetstexte zum weltweiten Fasten- und Gebetstag für Syrien und den Nahen Osten zur Verfügung. Diese können Sie hier als PDF herunterladen: