Humanitäre Helfer immer mehr gefährdet

  • Berlin/Freiburg - 19.08.2013

Caritas international und Diakonie Katastrophenhilfe sehen humanitäre Helfer bei Einsätzen immer mehr gefährdet. Anlässlich des heutigen Tages der Humanitären Hilfe fordern die kirchlichen Hilfswerke sicheren Zugang zur notleidenden Bevölkerung und die Einhaltung des humanitären Völkerrechts. Besonders gefährlich sei die Situation in Syrien.

Caritas international leistet dort nach eigenen Angaben an insgesamt acht Projektstandorten humanitäre Hilfe. In der Vergangenheit seien Mitarbeiter von syrischen Caritas-Partnern bei Hilfseinsätzen verwundet worden, andere würden aufgrund ihrer humanitären Arbeit von der syrischen Regierung steckbrieflich gesucht. „Wir benötigen sichere Schutzzonen, um mittelfristig humanitäre Hilfe leisten zu können“, sagte Oliver Müller, Leiter von Caritas international, am vergangenen Freitag in Freiburg. „Die Konfliktparteien müssen dazu verpflichtet werden, solche Rückzugsgebiete für Zivilisten zu garantieren. Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten und Flüchtlingslager für intern Vertriebene dürfen nicht Ziele von Angriffen sein.“

Dr. Oliver Müller ist Leiter von Caritas international, dem Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes. KNA

„Flüchtlinge und Vertriebene sind auf unsere Hilfe angewiesen“

„Helfer und Helferinnen in gewaltsamen Konflikten dürfen nicht in die Schusslinie geraten“, erklärte Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. Der Bombenanschlag im türkischen Reyhanli, bei dem vor drei Monaten mehr als 40 Menschen – darunter viele syrische Flüchtlinge – getötet wurden, zeige zudem, dass auch vermeintlich sichere Grenzregionen schnell zur Gefahrenzone für Flüchtlinge und Helfende werden können. Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt dort, in Jordanien, dem Libanon und Irak über 90.000 Flüchtlinge. „Ob in Syrien, Somalia, Pakistan, im Kongo oder Kolumbien: Flüchtlinge und Vertriebene sind auf unsere Hilfe angewiesen. Wir brauchen sicheren Zugang zur notleidenden Bevölkerung ohne bewaffneten Begleitschutz, denn er gefährdet die Neutralität humanitärer Hilfe“, so Keßler.

Die kirchlichen Hilfswerke verweisen auf eine UN-Studie, nach der sich innerhalb von zehn Jahren die Zahl der getöteten Helfer verdreifacht habe – trotz steigender Ausgaben für Sicherheitsmaßnahmen. Besonders gefährdet seien einheimische Mitarbeiter.

(KNA/Caritas international)

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