Obrigado! – Danke!

  • Rio de Janeiro - 29.07.2013

Die Copacabana wurde zur „Co-Papa-bana“: Mit dem Abschlussgottesdienst hat Papst Franziskus am Sonntag den 28. Weltjugendtag in Rio de Janeiro beendet. Für das katholische Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat und die deutsche Delegation waren es sechs intensive und emotionale Tage. In seiner Abschlussbotschaft blickt Adveniat-Geschäftsführer Prälat Bernd Klaschka zurück auf ein „begeisterndes Glaubensfest“ und fasst zusammen, welche Botschaften Papst Franziskus den Pilgern mit auf den Weg gegeben hat:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großer Dankbarkeit verabschieden wir uns aus Rio de Janeiro. Wir haben ein begeisterndes Glaubensfest gefeiert, zu dem sich die Jugend der Welt versammelt hat. Es gab Momente des innigen Gebets und Momente ausgelassener Freude und Fröhlichkeit. Wir durften tief bewegende Glaubenszeugnisse erleben, wir waren Teil einer weltweiten friedlichen Gemeinschaft von Millionen Menschen, wir wurden von den Brasilianern mit einer Herzlichkeit aufgenommen, die einzigartig ist und die mich zutiefst berührt hat. Dafür kann ich nur aus ganzem Herzen sagen: Obrigado! Über die Projektbesuche hat Adveniat zudem versucht, den Weltjugendtag auch an die Ränder der Gesellschaft zu tragen – zu den Gefangenen und den Prostituierten, zu den Obdachlosen und den Bewohnern der Favelas.

Vor allem hat natürlich Papst Franziskus diesen Weltjugendtag in seiner lateinamerikanischen Heimat geprägt. Aus meiner Sicht gibt uns der Papst drei zentrale Botschaften mit auf den Weg:

  • Wir müssen Jesus Christus und seine frohe und befreiende Botschaft in den Mittelpunkt stellen. Wenn wir das tun, dann heißt das in der einfachsten Konsequenz: Wir sollten keine ausschließende Kirche sein, sondern eine Kirche, die die Menschen einlädt; eine Kirche, die hinausgeht und auf die Menschen zugeht; eine Kirche, die sich nicht in erster Linie mit sich selbst beschäftigt, sondern die für die Menschen da ist.
  • Für die Menschen da sein, heißt vor allem, wie es der Papst gesagt und auch in Rio vorgelebt hat, „an die Ränder der Gesellschaft“ zu gehen, damit Sein Reich kommt. Für die Menschen da sein, heißt, die von der Lateinamerikanischen Bischofskonferenz in Aparecida getroffene Option für die Armen zu leben. Setzen wir uns für eine gerechtere und solidarische Welt ein! Und: tun wir es, wie es Papst Franziskus gesagt hat, lautstark. Erheben wir als Christen unsere Stimmen gegen Ungerechtigkeit, gegen Gewalt, gegen soziale Ungleichheit: Wenn wir es gemeinsam tun, sind wir nicht zu überhören! Aber wir dürfen nicht beim Erheben der Stimmen stehen bleiben, sondern wir müssen auch konkret handeln! Handlungsfelder gibt es unzählige: von Menschen in unserer Nachbarschaft, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind, über die Obdachlosen, die uns auch im reichen Deutschland täglich an den Straßenrändern sitzend begegnen bis hin zu den Millionen junger Menschen, denen weltweit das Recht auf Bildung versagt wird und zu denen die sich auf allen Kontinenten auf der Flucht vor Krieg, Gewalt oder Armut befinden. Hier braucht es keine Politik der Ausgrenzung und Abschottung, sondern Solidarität und politischen Einsatz dafür, dass auch das Leben dieser Menschen Perspektiven hat. Adveniat stellt sich in diesem Sinn an die Seite der Menschen in Lateinamerika.
  • Christ sein schränkt das Leben nicht ein, beschränkt es nicht, sondern bereichert es und gibt Kraft, immer wieder neu aufzubrechen; es ist das größte Geschenk, das wir uns vorstellen können. So beschenkt sollten wir nicht vor allem mit gesenktem Haupt, immer nur nachdenklich oder gar griesgrämig auftreten, sondern lebens- und glaubensfroh, auch gelassen, zuweilen sogar ausgelassen. Ist es nicht vor allem auch das, was die Menschen so an Papst Franziskus begeistert? Andere Menschen sollten an jedem von uns spüren: da ist ein froher Christ, der wirklich das glaubt und lebt, was er sagt und in dem der Glaube, in den Worten von Papst Franziskus, „eine Revolution bewirkt“ hat. Seien wir die friedlichen Revolutionäre des 21. Jahrhunderts!

Prälat Bernd Klaschka,
Geschäftsführer von Adveniat

© Adveniat

Adveniat-Blog

Im Rahmen des Weltjugendtags reisten Bischof Overbeck, Bischof Wiesemann und Pater Hans Langendörfer mit Adveniat nach Lateinamerika. Alle Reiseberichte aus Paraguay und Brasilien finden Sie im Adveniat-Blog:

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