Ein starkes Signal des Papstes für die Indios

  • Aachen - 25.07.2013

150 Jugendliche verschiedener indigener Volksgruppen aus Brasilien nehmen derzeit am 28. Weltjugendtag in Rio de Janeiro teil, zwei von ihnen werden Papst Franziskus am Sonntagmorgen sogar sehr nahe sein. Wenn der Heilige Vater auf dem Campus Fidei von Guaratiba den Abschlussgottesdienst mit zahlreichen Jugendlichen aus aller Welt feiert, dann dürfen die beiden Indios vom Volk der Guarani-Kaiowá auf der Altarbühne Platz nehmen.

„Dies ist ein starkes Signal von Papst Franziskus, der damit einmal mehr zeigt, dass er an der Seite der Benachteiligten steht und sich eindeutig für die Rechte von unterdrückten Volksgruppen einsetzt“, kommentierte Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, die vom brasilianischen Indianermissionsrat CIMI übermittelte Nachricht.

Der „Conselho Indigestina Missionário“, 1972 von der brasilianischen Bischofskonferenz gegründet, setzt sich für die Rechte der indigenen Volksgruppen ein, die in weiten Teilen des Landes immer noch mit Füßen getreten werden. 900.000 Indigenas leben in Brasilien in rund 305 Volksgruppen. An ihrer Seite kämpft CIMI für den Erhalt oder die Rückgabe der ursprünglichen Lebensräume. Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ unterstützt unter anderem Projekte, mit denen sich der Indianermissionsrat für jene Lebensräume und für den Erhalt der kulturellen Identität der Indigenen einsetzt.

Bischof Kräutler: Vorwürfe gegen Präsidentin Rousseff

Doch beim Einsatz des CIMI für die indigenen Völker Brasiliens geht es um weit mehr als um Menschenrechte und Kultur, die eigentlich längst in der Verfassung festgeschrieben sind. „Staatspräsidentin Dilma Rousseff verschließt ihre Augen vor einem Genozid, der bei der Volksgruppe der Guarani-Kaiowá im südwest-brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul bereits im Gange ist“, erhebt Erwin Kräutler (74), Bischof der nordbrasilianischen Diözese Xingu, schwere Vorwürfe gegen die Regierung.

"Das ist Verfassungsbruch“

Bischof Erwin Kräutler zum Staudamm-Projekt "Belo Monte" und dessen Folgen für die indigene Bevölkerung.

Lena Kretschmann

Der gebürtige Österreicher Kräutler ist Vorsitzender des Indianermissionsrates und kann auf erschreckende Zahlen verweisen: „Im vergangenen Jahrzehnt wurden 563 Indios ermordet, im letzten Jahr waren es 60.“ Großgrundbesitzer, Bergwerksgesellschaften und Holzunternehmer würden ihre politische Lobby ausnutzen, um die angestammten Lebensräume der Indios auszubeuten, so der Bischof. Und vor Gewalt schrecke man dabei nicht zurück. Besonders zu leiden hätten die Kinder und Jugendlichen dieser bedrohten Völker. „Oft sind sie Opfer von Gewalt und Rassismus, Diskriminierung, ja sogar sexuellem Missbrauch.“

Ein Zeichen gegen menschenverachtende Umstände

„Unsere Projektförderung ist natürlich zum Scheitern verurteilt, wenn der brasilianische Staat seiner Verantwortung nicht nachkommt, die Rechte der indigenen Volksgruppen umfassend zu wahren, sie vor Vertreibung, Verfolgung und Ermordung zu schützen“, so Prälat Krämer. „Umso wertvoller und wichtiger ist es, dass Papst Franziskus in diesen Tagen in Brasilien ein Zeichen setzt gegen diese menschenverachtenden Umstände.“

Jährlich 2.900 Projekte weltweit

Rund 2.900 Projekte für Not leidende Kinder weltweit werden jährlich vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ unterstützt. Einnahmen in Höhe von insgesamt rund 71,4 Millionen Euro standen dem Kinderhilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland 2011 für seine Arbeit zur Verfügung. Gefördert wurden Projekte in 116 Ländern. Neben der Förderung der Kinder-Hilfsprojekte zählt der Einsatz für die Rechte von Kindern weltweit zu den Aufgaben.

© Kindermissionswerk „Die Sternsinger“