Kirche in Papua-Neuguinea verurteilt Flüchtlingsabkommen

  • Vatikanstadt - 24.07.2013

Nach den australischen Bischöfen hat auch die katholische Kirche in Papua-Neuguinea das jüngste Flüchtlingsabkommen ihres Landes mit Australien kritisiert. Die Bischofskonferenz von Papua-Neuguinea und den Salomonen sei „überrascht von der Ankündigung“, dass alle auf dem Seeweg nach Australien kommenden Asylbewerber auf die Insel Manus in Papua-Neuguinea abgeschoben werden sollen, zitierte der vatikanische Pressedienst Fides (Dienstag) aus einer Verlautbarung.

Ein entsprechendes Abkommen hatten der australische Premierminister Kevin Rudd und sein papua-neuguineischer Amtskollege Peter O''Neill am Freitag unterzeichnet. Der Inselstaat erklärte sich damit einverstanden, Bootsflüchtlinge aus Australien aufzunehmen. Rudd hatte anschließend eine „sehr harte Linie“ im Umgang mit den Migranten angekündigt. Allein seit Jahresbeginn haben nach offiziellen Angaben rund 15.700 Bootsflüchtlinge Australien erreicht. Meist brechen sie nach Angaben von Fides in überladenen Schiffen von Indonesien oder Malaysia auf. Viele kommen bei der Überfahrt ums Leben.

Bischöfe: Bedingungen in den Flüchtlingscamps verbessern

Die Kirchenführer verweisen auf den jüngsten Bericht des Flüchtlingshochkommissariats der Vereinten Nationen, wonach die Aufenthaltsbedingungen in Manus nicht den internationalen Schutzbestimmungen entsprechen. Deshalb fordern die Bischöfe zumindest eine „umfassende Verbesserung der Strukturen und Bedingungen in den Flüchtlingscamps“.

Die Bischöfe unterstrichen, in Papua-Neuguinea mangele es zwar „nicht an Mitgefühl gegenüber Bedürftigen“; derzeit sei das arme Land aber nicht in der Lage, einen großen Flüchtlingszustrom und die Versorgung der Menschen zu bewältigen. Es sei nicht richtig, Menschen gegen ihren Willen ins Land zu schicken und zu inhaftieren, „die nie gegen unsere Gesetze verstoßen haben“.

Der Sekretär der bischöflichen Kommission für Soziales, Philip Gibbs, erinnerte laut Fides an den Besuch von Papst Franziskus auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa vor zwei Wochen. Dort hatte der Papst eine „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ gegenüber Flüchtlingen angeprangert.

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