Katholische Jugend: Auf Konzerne mehr Druck ausüben

  • © Bild: KNA
  • Köln - 07.06.2013

Kirchen, Verbände und Politik sollen nach dem Willen der katholischen Jugend auf Industriekonzerne mehr Druck ausüben, damit diese Produktion und Handel nachhaltiger und gerechter gestalten. Auch die Konsumenten müssten ihre Macht dazu nutzen, sagte der Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Dirk Tänzler, am Donnerstag in Köln. Auch die Kirche müsse darauf achten, dass sie beim Einkauf ethische Standards berücksichtigt. T-Shirt aus menschenverachtenden Produktionsverhältnissen passten nicht zum kirchlichen Anspruch, sagte Tänzler bei einer Debatte im Rahmen des „Eucharistischen Kongresses“.

Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann betonte, auch in der Kirche müsse man sich die Frage stellen, was notwendig und was Luxus sei. Begriffe wie Verantwortung und Gerechtigkeit müssten mit Blick auf die Lebensgrundlagen für die kommenden Generationen neu gedacht werden.

Misereor stößt auf Widerspruch

Das katholische Entwicklungshilfswerk Misereor stößt nach den Worten von Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel auf heftigen Widerspruch, seitdem es sich für mehr Nachhaltigkeit und andere politische Strukturen einsetze. Insbesondere die Misereor-Kritik an der Agrarindustrie stoße auf Ablehnung.

Für den Energiekonzern RWE bestätigte dessen Politik-Beauftragter Andreas Brabeck, dass sich die Industrie auf gesellschaftlichen Druck hin verändere. Dies sei etwa bei der deutschen „Energiewende“ der Fall. Zugleich bezweifelte Brabeck, dass weniger reiche Staaten dieses Modell kopieren könnten, da es auf gigantischen staatlichen Subventionen beruhe. Er sei auch skeptisch, ob in anderen Ländern deutsche Aufrufe zu mehr Verzicht in der Lebensführung auf fruchtbaren Boden fallen werden.

© KNA

Weitere Informationen

Alle wichtigen Informationen zum Eucharistischen Kongress in Köln finden Sie im katholisch.de-Dossier:

Eucharistischer Kongress: Fest des Glaubens