UN-Experten stecken neue Ziele zur Armutsbekämpfung

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  • New York/Bonn - 31.05.2013

Die Vereinten Nationen sollen bis zum Jahr 2030 extreme Armut in der Welt beseitigen und sich weiter für nachhaltige Entwicklung einsetzen. Das geht aus dem am Freitag in New York vorgestellten Expertenbericht A New Global Partnership hervor. Er formuliert die Ziele der weltweiten Entwicklungspolitik in der Fortsetzung der im Jahr 2000 verabschiedeten Millenniums-Entwicklungsziele der Staatengemeinschaft.

„Wir stehen am Beginn einer historischen Reise“, erklärte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, der den drei Vorsitzenden des Experten-Gremiums für den neuen Bericht – dem indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono, der liberianischen Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf und dem britischen Premierminister David Cameron – dankte. Der Post-2015-Prozess biete die Chance, eine neue Ära im Bereich der internationalen Entwicklungszusammenarbeit einzuleiten, erklärte Ban in New York. Ziel sei es, für alle Menschen „eine Welt des Wohlstands, der Nachhaltigkeit, der Gerechtigkeit und der Würde“ zu schaffen.

Wasser bedeutet Leben Singhal/Misereor

Zwölf Ziele werden vorgeschlagen

Der Bericht nennt unter zwölf Zielen die vollständige Beseitigung extremer Armut, nachhaltige Energieversorgung, eine drastische Verringerung der Kindersterblichkeit und eine weltweite Sicherung der Lebensmittelversorgung sowie Zugang zu sauberem Trinkwasser für alle. Auch die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern wird als Ziel genannt.

Die 27-köpfige Expertengruppe, der auch der frühere deutsche Bundespräsident Horst Köhler angehört, hatte im September ihre Arbeit aufgenommen. Basierend auf den jetzt vorgestellten Empfehlungen wird Ban im September seinen Bericht der UN-Generalversammlung vorlegen.

Welthungerhilfe fordert neue Entwicklungsagenda

Die Welthungerhilfe begrüßte den Bericht als Beginn einer Verpflichtung zu nachhaltiger Entwicklung. Deutschland solle dabei eine Vorreiterrolle übernehmen. „Wir benötigen eine neue Entwicklungsagenda, in der nicht nach Entwicklungs- und Nachhaltigkeitszielen unterschieden wird. Sie sollte auf den Menschenrechten aufbauen und an den Ursachen von Armut und Ungleichheit ansetzen“, erklärte Generalsekretär Wolfgang Jamann in Bonn.

Er sprach sich dafür aus, auch den Zusammenhang von deregulierten Finanzmärkten, unfairen Handelsbedingungen und zunehmender Ungleichheit zum Thema zu machen. Alle Länder sollten die Chance haben, ihre Produkte zu gleichen Bedingungen am Weltmarkt anbieten zu können. Willkürliche und exzessive Spekulationen dürften nicht mehr zu Lasten hungernder Menschen geduldet werden.

Die Millennium-Entwicklungsziele laufen im Jahr 2015 aus. Wie es danach weitergehen soll, wird in dem Post-2015-Entwicklungsagenda-Prozess und dem gerade begonnenen Prozess zur Formulierung von Nachhaltigkeitszielen diskutiert.

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