Papst und El Salvadors Staatspräsident würdigen Oscar Romero

  • Vatikanstadt - 23.05.2013

Der Staatspräsident von El Salvador, Mauricio Funes, und Papst Franziskus haben den 1980 ermordeten Erzbischof Oscar Romero gewürdigt. Beide hätten die Bedeutung von Romeros Zeugnis für die ganze Nation hervorgehoben, teilte der Vatikan am Donnerstag nach einer Privataudienz für das lateinamerikanische Staatsoberhaupt mit. Funes hatte dem Papst ein kleines Stoffstück des Gewands überreicht, das Romero zum Zeitpunkt seiner Ermordung trug.

Der Erzbischof der Hauptstadt San Salvador war als kirchlicher Anwalt für soziale Gerechtigkeit weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Am 24. März 1980 wurde er während eines Gottesdienstes in San Salvador am Altar erschossen. Die Tat ist bis heute nicht restlos aufgeklärt.

Weitere Themen des 12-minütigen Gesprächs war nach vatikanischen Angaben die guten Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und El Salvador sowie der Beitrag der katholischen Kirche zur Aussöhnung zwischen den einstigen Bürgerkriegsparteien sowie für das Bildungs- und Sozialwesen. Zudem hätten beide ethische Themen wie den Schutz des ungeborenen Lebens, der Ehe und der Familie angesprochen.

„Romero wird auch heute respektiert und verehrt“, sagte Funes dem Papst bei der Überreichung des Präsents. Das Bild Romeros sei in seinem Land überall zu sehen. Maler stellten immer wieder sein Leben dar.

Das 1990 von der Diözese eröffnete und 1996 vom Vatikan weitergeführte Seligsprechungsverfahren war in den vergangen Jahren ins Stocken geraten. Ursache waren nach Aussage eines vatikanischen Verantwortlichen Versuche einer „politischen Instrumentalisierung“ Romeros. Nach der Wahl von Papst Franziskus war das Verfahren in den vergangen Wochen wieder in Gang gekommen. Franziskus gilt als Verehrer Romeros.

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