Missio München feiert 175-jähriges Jubiläum

  • München - 21.05.2013

Das Internationale Katholische Missionswerk Missio in München hat am Pfingstwochenende sein 175-jähriges Bestehen gefeiert. In der Münchner Kirche Sankt Bonifaz erinnerte der Abtprimas der Benediktiner, Notker Wolf, am Samstag daran, dass die Welt nach Einheit suche, aber nicht wisse, wie sie diese gestalten solle. Deshalb seien vor allem die Christen aufgerufen, als „Sauerteig“ des Friedens zu wirken: „Möge der Geist Gottes uns treiben und die Kirche beseelen“, so der Abtprimas als Hauptzelebrant. Anschließend fand ein Festakt statt, bei dem beispielhaft die Arbeit von Ordensleuten in der Mission vorgestellt wurde.

1838 gründete Bayerns König Ludwig I. den „Ludwig Missionsverein“, der 1972 in Missio umbenannt wurde. Das lateinische Wort heißt Sendung und meint den Auftrag Jesu zur Verkündigung seines Evangeliums in aller Welt. In 35 Ländern in Asien, Ozeanien und Afrika kümmert sich Missio um die Ausbildung von Kirchenmitarbeitern. Es unterstützt Sozialprojekte, etwa für Kindersoldaten oder Kastenlose in Indien, und den Aufbau kirchlicher Infrastruktur. Dafür steht jährlich ein zweistelliger Millionenbetrag an Spenden und sonstigen Zuwendungen zur Verfügung.

„Mit unserem Tun wollen wir bewirken, dass Menschen lernen, auf eigenen Beinen zu stehen.“

— Pater Eric Englert, Missio-Präsident

Land der Gegensätze

Papua-Neuguinea war das Schwerpunktland zum Sonntag der Weltmission 2012.

Bettina Tiburzy

Die Organisation wird von den sieben bayerischen Diözesen und aus historischen Gründen auch von der Diözese Speyer getragen. Das mit ihr deckungsgleiche Gebiet der Pfalz gehörte bis 1945 staatsrechtlich zu Bayern. „Mit unserem Tun wollen wir bewirken, dass Menschen lernen, auf eigenen Beinen zu stehen“, betonte der Missio-Präsident, Pater Eric Englert. Die Leistung der Orden sei es, dass Kirche lebendig bleibe. Zu einem modernen Missionsverständnis gehöre der Einsatz für eine gerechtere Welt, in der alle Menschen in Würde und Freiheit leben könnten, sich gegenseitig spirituell bereicherten und ihren Wohlstand miteinander teilten.

Englert ist Augustiner. Der 61-Jährige beendet noch in diesem Jahr seine zweite Amtszeit und damit seine Tätigkeit als Missio-Präsident in München. Anlässlich des Jubiläums ist noch bis 20. Juni im Bayerischen Landtag eine Ausstellung unter dem Titel Alle in einem Boot zu sehen. Gezeigt werden 71 Karikaturen von 28 deutschen, österreichischen, niederländischen und senegalesischen Künstlern. Ein zweiter Festgottesdienst ist am 27. Oktober in der Münchner Frauenkirche mit Kardinal Reinhard Marx vorgesehen.

Ein weiteres Hilfswerk mit demselben Namen Missio gibt es in Aachen. Es ist den übrigen deutschen Diözesen zugeordnet. Beide Organisationen arbeiten trotz rechtlicher Selbstständigkeit auf vielen Gebieten zusammen. Höhepunkt der jährlichen Spendenkampagne ist der „Monat der Weltmission“, der jeweils im Oktober begangen wird.

© KNA

Mehr Informationen

zu den beiden Schwesterwerken Missio in Aachen und in München finden Sie auf

www.missio.de