Papst: Konflikt in Venezuela friedlich lösen

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  • Vatikanstadt - 22.04.2013

Papst Franziskus ist „ernsthaft besorgt“ über die Situation in Venezuela. Beim Mittagsgebet am Sonntag mahnte er die politischen Verantwortlichen in dem südamerikanischen Land, „jede Art von Gewalt entschieden abzulehnen und einen Dialog aufzunehmen“.

Es müssten „gerechte und friedliche“ Lösungen gefunden werden, um die großen Schwierigkeiten, in denen sich Venezuela gegenwärtig befinde, zu überwinden, so der Papst weiter. Der Dialog müsse der Wahrheit verpflichtet sowie von gegenseitigem Respekt und der Sorge um das Gemeinwohl geprägt sein, forderte der Papst. Alle Katholiken im Land rief er auf, für eine solche Versöhnung einzutreten und zu beten.

In Venezuela hat sich der Streit um den Ausgang der Präsidentenwahl am Wochenende zugespitzt. Der sozialistische Spitzenkandidat Nicolas Maduro, der eine knappe Mehrheit der Stimmen erhalten hatte, ließ sich am Samstag als neuer Präsident vereidigen, obwohl die Wahlkommission entschieden hatte, einen Teil der Stimmen neu auszählen zu lassen.

Die Opposition boykottierte die Vereidigung und spricht von Unregelmäßigkeiten bei der Stimmenauszählung. Aus ihrer Sicht könnte sich das Wahlresultat angesichts des knappen Ergebnisses durch die Neuauszählung noch ändern.

Kirche als Vermittler gefordert

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Opposition die katholische Kirche um Vermittlung im Streit um das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen gebeten. Das berichtete der regierungskritische Sender Globovision am Dienstag (Ortszeit).

Zur Delegation der Opposition, die mit Vertretern der nationalen Bischofskonferenz zusammentraf, gehörten Gouverneur Henri Falcon und die Parlamentarierin Maria Corina Machado. „Nur mit der Wahrheit können wir die Spannungen auflösen und Venezuela Frieden, Gerechtigkeit und Regierungsfähigkeit geben“, sagte Machado anschließend.

Die Bischofskonferenz Venezuela äußerte sich bislang noch nicht offiziell zu der Krise. Nur der Bischof von San Cristobal, Mario del Valle Moronta, rief die beiden Lager in einem offenen Brief dazu auf, nicht weiter mit „ihren brandstiftenden Reden“ Gewalt zu provozieren. Die Geistlichen des Landes sollten keine Position für eine der beiden Seiten ergreifen, sondern sich in den Dienst des Friedens stellen.

Moronta gilt als der Bischof innerhalb der Bischofskonferenz, der den regierenden Sozialisten am nächsten steht. Der Oberhirte von San Cristobal feierte den Trauergottesdienst für den verstorbenen Präsidenten Hugo Chavez. Dieser hatte zu Lebzeiten die Kardinalswürde für Moronta gefordert.

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