Mehr Fairtrade-Produkte in Deutschland

  • Bonn - 19.04.2013

In Deutschland gehen immer mehr fair gehandelte Produkte über den Ladentisch. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz von Waren mit Fairtrade-Siegel bei 533 Millionen Euro und überstieg damit den Vorjahreswert von 400 Millionen Euro um 33 Prozent, wie der gemeinnützige Verein TransFair Deutschland am Donnerstag in Bonn mitteilte.

Seit 2012 seien zudem in ganz Deutschland fair gehandelte Produkte im Sortiment der Lebensmitteleinzelhändler zu finden, erklärte Geschäftsführer Dieter Overath. „Wir haben die letzten weißen Flecken auf der Landkarte schließen können.“

Besonders umsatzstark waren im vergangenen Jahr Blumen, insbesondere Rosen. Mittlerweile hätten rund 1.000 Floristen fair gehandelte Rosen im Sortiment und auch große Lebensmittelketten hätten den Markt für Fairtrade-Blumen entdeckt, sagte Overath. Neben den Blumen verkauften sich auch fair gehandelte Bananen und Kaffee im vergangenen Jahr sehr gut. Mit mehr als 21.000 Tonnen habe es bei den Bananen sogar einen Absatzrekord gegeben, sagte Overath.

Rückgang bei Schokolade

Einen Rückgang gab es bei Schokolade. Hier sank der Absatz 2012 um 30 Prozent. Ein Problem sei fehlendes Engagement der deutschen Schokoladenhersteller, kritisierte Overath. Es gebe jedoch Hoffnung, durch Gespräche mit den Verantwortlichen diesen Trend zu stoppen.

In naher Zukunft will TransFair Deutschland laut Overath auch fair gehandelte Kosmetikartikel auf den Markt bringen. Für die kommenden Jahre rechnet der Verein mit weiterhin wachsenden Umsatzzahlen. Ziel sei, bis 2015 die Milliarden-Marke zu knacken.

Hinter dem fairen Handel steckt die Idee, Kleinbauernorganisationen und Plantagen in Afrika, Asien und Lateinamerika über langfristige Verträge und angemessene Preise ein Auskommen zu sichern.

Der 1992 gegründete Verein TransFair Deutschland wird von 34 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Entwicklungshilfe, Kirche, Umwelt, Sozialarbeit, Verbraucherschutz, Genossenschaftswesen und Bildung getragen. Darunter sind außer Misereor und Brot für die Welt auch der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und die Welthungerhilfe.

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