Kirche fordert Ende der Gewalt in Zentralafrika

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  • Aachen - 28.03.2013

In der Zentralafrikanischen Republik droht durch den gegenwärtigen militärischen Kampf um die Staatsmacht ein schwerwiegender Ernteausfall mit unabsehbaren Folgen für die Zivilbevölkerung. Davor warnte der einheimische Bischof Nestor Désiré Nongo Aziagbia am Mittwoch gegenüber dem Internationalen Katholischen Hilfswerk Missio in Aachen.

„So viele Menschen sind auf der Flucht, sie können ihre Felder einfach nicht mehr bestellen“, erklärte er. Bischof Nestor rief zu internationaler Hilfe für die Flüchtlinge auf. Außerdem bat er um Unterstützung der Kirche bei der Begleitung von traumatisierten Kindersoldaten und Opfern sexueller Gewalt.

Der Bischof rief zum Ende von Gewalt und Plünderungen auf. „Das wenige, was es im Land an Infrastruktur gibt, ist zerstört, in vielen Gegenden ist die öffentliche Verwaltung zusammengebrochen, Strom- und Wasserleitungen sind gekappt und die Kirche ist oft noch die einzige Institution, die administrative Aufgaben übernehmen kann“, erklärte Nongo Aziagbia. Zudem seien auch Kirchen zerstört und geplündert worden. Dieser Vandalismus sei jedoch politisch und nicht religiös motiviert, so Bischof Nestor weiter.

v.l.n.r.: Bischof Nestor Désiré Nongo Aziagbia (Bistum Bossangoa), Erzbischof Dieudonné Nzapalainga aus der Hauptstadt Bangui Kruza/Missio

Weitere Missio-Partner betroffen

Von Überfällen berichten weitere Partner von Missio Aachen. „Unsere Autos und alle Solarzellen von unseren Dächern wurden gestohlen, die Häuser leer geräumt, unsere Wächter sind geflohen, wir haben seit 48 Stunden nicht mehr geschlafen“, heißt es etwa in einer E-Mail vom vergangenen Sonntag.

Seit Sonntag hat die Rebellenbewegung Seleka die zentralafrikanische Hauptstadt Bangui eingenommen. Ihr Chef Michel Djotodia ernannte sich zum Präsidenten des Landes. Nach sechs Militärputschen in rund 50 Jahren ist Zentralafrika eines der instabilsten Länder des Kontinents.

Während seiner ersten Generalaudienz forderte auch Papst Franziskus ein sofortiges Ende der Gewalt in Zentralafrika. „Ich appelliere mit Nachdruck, dass Gewalt und Plünderungen sofort aufhören und dass man zu einer politischen Lösung der Krise kommt“, so der Papst am Mittwoch auf dem Petersplatz. (Missio Aachen/KNA)

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