Hoffnung auf Papst Franziskus als Option für die Armen

  • Aachen - 15.03.2013

Als einen Papst, der die „Option für die Armen stark machen kann“, hat Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff die Wahl von Kardinal Jorge Mario Bergoglio zum Papst gewürdigt. Zusammen mit Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, und Malte Reshöft, Leiter der Abteilung Lateinamerika beim Bischöflichen Hilfswerk Misereor, sah er die Wahl des Jesuiten aus Lateinamerika als prägenden Impuls, gerade mit Blick auf das weltkirchliche Engagement der katholischen Hilfswerke.

„Der erste Papst aus Lateinamerika, das ist eine ganz wichtige Botschaft. Das zeigt, unsere Kirche ist wirklich Weltkirche“, sagte Bischof Mussinghoff. Zudem sei er der erste Jesuit, der Papst geworden sei, was für die Orden von besonderer Bedeutung sei. „Es war eine Überraschung für alle, eine erstaunlich kurze Wahlzeit und eine noch erstaunlichere Wahl“, gestand der Aachener Bischof. Mit der Entscheidung für den Namen Franziskus verbindet er die Hoffnung, dass der Papst, der in Argentinien der Anwalt der Armen gewesen sei, die Option für die Armen stark mache. Die Hilfswerke könnten sich über so einen Papst freuen, der die weltkirchlichen Aspekte stark machen würde, so der Bischof. Er kenne den neuen Papst aus der gemeinsamen Arbeit in der Kleruskongregation. Er sei ein stiller und bescheidener Mann. Bezeichnend sei, dass er eine einfache weiße Soutane gewählt habe. Gleichzeitig mahnte Mussinghoff zu Geduld mit dem neuen Papst, der gewiss nicht alle Probleme der Kirche unverzüglich lösen könne.

„Der erste Papst aus Lateinamerika, das ist eine ganz wichtige Botschaft. Das zeigt, unsere Kirche ist wirklich Weltkirche.“

— Bischof Heinrich Mussinghoff

Name Franziskus ist Programm

Prälat Dr. Klaus Krämer vom Kindermissionswerk unterstrich dies und sagte, es sei ein Feh¬ler vom lateinamerikanischen Hintergrund des Papstes zu schlussfolgern, dass er allein die Probleme der dortigen Katholiken im Blick habe. Für Prälat Krämer ist die Wahl von Papst Franziskus in vielerlei Hinsicht „ein historischer, ein epochaler Schritt“. Seine weltkirchliche Perspektive werde prägend wirken, auch auf seinen Stil der Amtsausführung. Der Name Franziskus sei Programm, er stehe für Armut, aber in der jetzigen Situation der Kirche auch für Erneuerung. „Der neue Papst ist ein sehr mutiger Mann, nicht nur des Wortes, sondern auch der Tat. In seiner Amtszeit als Erzbischof von Buenos Aires hat das Kindermissionswerk 40 Projekte dort betreut, die sich vor allem um sozial benachteiligte oder HIV-infizierte Kinder gekümmert haben“, berichtete Krämer.

Ein Papst, der selbst die Armut lebt

Misereor verbindet mit der Wahl Kardinal Jorge Mario Bergoglios zum Papst die Hoff¬nung, dass das Thema Armut in den Mittelpunkt der Kirche gestellt werde, betonte Malte Reshöft. „Es ist unsere Aufgabe als Hilfswerk, die Menschen zu unterstützen, die an den Rand gedrängt werden, die nicht mal das Recht auf Rechte haben. Papst Franziskus ist ein Papst, der selbst die Armut lebt. In seiner demütigen Art hat er bei seinem ersten Auftritt den Kontakt mit den Menschen auf dem Petersplatz gesucht und tatsächlich mit ihnen gesprochen“, so Reshöft. Für Misereor sei es ein wichtiger Impuls, dass sich durch diesen Papst der Blick für die weltweite Frage der sozialen Gerechtigkeit weite.

Anlässlich der Wahl des neuen Papstes Franziskus feiert Bischof Mussinghoff am kommenden Sonntag um 10 Uhr den Gottesdienst im Aachener Dom.

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