Hugo Chávez ist tot

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  • Caracas - 06.03.2013

Der venezolanische Präsident Hugo Chávez ist gestern um 16.25 Uhr (Ortszeit) im Militärkrankenhaus „Carlos Arvelo“ in der Hauptstadt Caracas verstorben. Das gab Vizepräsident Nicolás Maduro am Nachmittag über die Medien bekannt. Chávez erlag im Alter von 58 Jahren einem Krebsleiden, gegen das er fast zwei Jahre lang angekämpft hatte.

Maduro forderte die Bevölkerung auf, Ruhe und Frieden zu bewahren. „Respekt und Frieden müssen Hand in Hand gehen“, erklärte er. Die Anhänger des verstorbenen Präsidenten sollten die Projekte der Regierung weiterführen. Noch am Mittag hatte Maduro gegenüber Medienvertretern Destabilisierungsversuche der Opposition moniert und die Ausweisung von zwei US-Bürgern bekannt gegeben.

Maduro bedankte sich zudem für den Rückhalt aus anderen Staaten Lateinamerikas während der letzten Wochen. Anfang der Woche wurden von Regierungsvertretern zunächst Vermutungen bestätigt, wonach sich der Gesundheitszustand erneut verschlechtert habe. Grund sei eine erneute Infektion im Zuge einer weiteren Behandlung gewesen.

Verfassung sieht Neuwahlen vor

Hugo Chávez hatte im Oktober 2012 die Präsidentschaftswahlen klar mit rund zehn Prozent Vorsprung gewonnen, sich dann aber im Dezember zu einer erneuten Krebstherapie nach Kuba begeben von der er Mitte Februar überraschend zurückkehrte. Seither waren kaum Nachrichten über seinen Gesundheitszustand bekannt geworden, was zu Spekulationen und Kritik seitens der Opposition führte, die Neuwahlen forderte.

Verteidigungsminister Diego Molero, erklärte am frühen Dienstagabend in Venezuela, die Armee rufe die Bevölkerung auf, weiter für die „Ideale zu kämpfen, die Hugo Chávez aufgebaut hat“. Die Armee befinde sich weiter in Alarmbereitschaft. Laut Verfassung müssten binnen 30 Tagen Neuwahlen ausgerufen werden. Bis dahin wird wahrscheinlich Parlamentspräsident Diosdado Cabello die Amtsgeschäfte übernehmen.

(bh/ Blickpunkt Lateinamerika )

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