Misereor und Jugendverband eröffnen eigene Fastenaktion

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  • Mönchengladbach - 25.02.2013

Den Hunger auf der Welt müsste es nicht geben. Davon sind katholische Jugendverbände in Deutschland überzeugt. Deshalb gestalten sie die Fastenzeit zusammen mit dem katholischen Hilfswerk Misereor unter einem recht trotzigen Motto: „Basta! Es reicht. Für alle.“ Es reicht – nach der Ansicht des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) – weil es zu viele Missstände auf der Welt gibt. Und „für alle“ reichen die Lebensmittel, die laut Verband genügend auf der Welt vorhanden sind. Am Freitagabend haben Misereor und BDKJ ihre bundesweite Aktion für Jugendliche in Mönchengladbach eröffnet.

Der Innenraum der Kirche Sankt Albertus ist violett ausgeleuchtet. Die Bänke sind aus dem Gotteshaus geräumt, auf dem Boden befindet sich jetzt ein riesiges Kreuz aus bunt bemalten Holzplatten. Um das Kreuz herum sitzen um die 70 Jugendliche und feiern einen Gottesdienst. Zuvor hatten sie an Workshops zu fairem Handel und Kinderarbeit teilgenommen.

Ungerechte Lebensmittelverteilung zur Sprache bringen

Der BDKJ-Bundesvorsitzende Dirk Tänzler sagt im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), Christen seien immer wieder dazu aufgefordert, die „ungerechte Lebensmittelverteilung auf der Welt zur Sprache zu bringen“. Es gehe nicht länger an, dass „die Menschen auf der Nordhalbkugel auf Kosten der Menschen auf der Südhalbkugel leben“. Aber auch in Deutschland gebe es Hunger und Armut, betont Tänzler. Gerade deshalb sollten die Jugendlichen sich für eine wirklich weltweite Gerechtigkeit einsetzen.

Hoffnung trotz aller Not – eine erste Bilanz

Video-Blog Teil 6: Die sechs Tage in Bangladesch sind vorbei. Misereor-Chef Pirmin Spiegel lässt die Reise Revue passieren.

Misereor

Der 19-jährige Jan aus Schwalmtal-Amern am Niederrhein ist begeistert von der abendlichen Basta-Veranstaltung. Ob er in der Fastenzeit bis Ostern aktiv wird für Menschen anderswo, kann er zwar noch nicht sagen. Und seine Freundin Sabrina (18) beichtet ganz ehrlich, sie sei dem Pfarrer zuliebe zu der Aktion gekommen. Aber trotzdem: Beide haben bei dem Workshop zum Thema Kolumbien etwas gelernt.

Auch der Tropfen auf den heißen Stein hilft

Sind Aktionen von deutschen Jugendlichen für Hungernde weltweit nicht ohnehin ein Tropfen auf dem heißen Stein? „Aber auch dieser Tropfen hilft“, beteuert Schwester Raquel Peralta aus Paraguay. Sie ist eigens für die Fastenaktion angereist. Ihr Ziel ist es, den Deutschen Mut zu machen. Jeder könne ein bisschen mithelfen, die Lebensmittelsituation zu verbessern. Etwa indem er öfter auf Fleisch verzichte. Oder rebellisch und unbequem werde – mit Demonstrationen gegen das politische und ökonomische System.

Während des Gottesdienstes tragen zwei Mädchen ein blaues Schild in den vorderen Kirchenraum. Darauf steht in großen Buchstaben: „Was ist Luxus?“ Zuvor haben sie in ihrem Workshop über „ihre Welt“ mit Fernseher und genügend Geldscheinen sowie der „anderen Welt“ voll roher Natur und Armut diskutiert. Vielleicht haben sie noch Schwester Raquels Worte im Sinn. Sie hatte erklärt, alle drei Sekunden sterbe ein Mensch auf der Welt an Hunger.

Von Larissa Hinz

jugendaktion.de

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