Glauben in der Großstadt

  • Mexiko-Stadt - 22.02.2013

Lateinamerikanische Großstädte befinden sich im Wandel: Lebenslang ein und derselben Arbeit nachzugehen und am selben Ort zu wohnen, ist längst nicht mehr die Regel – im Gegenteil: Häufige Jobwechsel, Umzüge, wechselnde gesellschaftliche und kulturelle Umfelder prägen inzwischen den Lebensweg vieler Lateinamerikaner. Die Kirche bleibt von diesen Veränderungsprozessen nicht unberührt. Eine pastorale Erneuerung ist notwendig, will die Kirche mit den sozialen, kulturellen und religiösen Transformationsprozessen mithalten.

Forschungsprojekt „Großstadtpastoral / Pastoral Urbana“

Den Veränderungen im Leben lateinamerikanischer Großstädte auf den Grund zu gehen und Herausforderungen für die Kirche zu benennen, hat sich das Forschungsprojekt „Großstadtpastoral / Pastoral Urbana” der Universität Osnabrück zum Ziel gesetzt. In Zusammenarbeit mit fünf lateinamerikanischen Arbeitsgruppen (in Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien und Mexiko) untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowohl die spirituelle Dimension des Lebens in der Großstadt, also auch wichtige gesellschaftliche Themen der vergangenen Jahrzehnte, wie Genderfragen, kulturelle und ethnische Themen und Eigenverantwortung der Armen.

Abschlusskongress in Mexiko-Stadt

Den Höhepunkt des internationalen Forschungsprojekts bildet der Abschlusskongress „Heute den Glauben in der Stadt Leben / Vivir la Fe en la Ciudad hoy“, der vom 26. Februar bis 2. März in Mexiko-Stadt stattfindet. Er wird die Gelegenheit bieten, gemeinsam mit etwa hundert Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus zahlreichen Ländern Lateinamerikas sowie Europas, Seelsorgern und Bischöfen die komplexen Veränderungsprozesse in lateinamerikanischen Großstädten zu diskutieren und sich mit den Herausforderungen für die Kirche auseinanderzusetzen. In Zusammenarbeit mit der Universidad Iberoamericana, an deren Sitz die Eröffnung stattfinden wird, der mexikanischen Bischofskonferenz und dem lateinamerikanischen Bischofsrat CELAM verspricht der Kongress ein wichtiges akademisches und kirchliches Ereignis zu werden.

Über das Forschungsprojekt

Das Projekt „Großstadtpastoral / Pastoral Urbana“ wurde im Jahr 2010 von der Wissenschaftlichen Arbeitsgruppe der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz angeregt und wird seitdem von Prof. Dr. Margit Eckholt der Universität Osnabrück geleitet. Bisher fanden zwei Workshops in Lateinamerika (Montevideo und Porto Alegre) und zwei in Deutschland statt. Darüber hinaus betreuen die lateinamerikanischen Arbeitsgruppen eigenverantwortlich Forschungsprojekte mit ähnlichen Fragestellungen, deren Ergebnisse und Überlegungen ebenfalls in den interdisziplinären Diskurs einfließen.

Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten des Stipendienwerks und des Forschungsprojektes:

www.icala.de

www.pastoral-urbana.uni-osnabrueck.de

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Hinweis

Am Kongress teilnehmen wird auch Dr. Hartmut Köß, Mitarbeiter des Bereichs Weltkirche und Migration im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz. Zusammen mit anderen Kongressteilnehmern aus Mexiko wird er ab nächste Woche im Adveniat-Blog aktuell von der Veranstaltung berichten.

www.adveniat.de/blog

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