USA: Hoffnung für Hispanics

  • Washington - 21.02.2013

Es ging überraschend schnell nach Beginn der neuen Kongressperiode unter dem wiedergewählten Präsidenten Barack Obama: Vor zwei Wochen kündigte er an, bis Mitte des Jahres ein neues Einwanderungsgesetz in Kraft setzen zu können.

Nachdem ein solches Gesetz in Obamas erster Amtszeit am Widerstand der Republikaner gescheitert war, bestehen diesmal größere Chancen. Eine Gruppe von Senatoren aus beiden Parteien hat bereits konkrete Vorschläge eingebracht. Die ersten Anhörungen im Kongress haben bereits begonnen. Vor allem unter den Millionen illegal in den USA lebenden Hispancis keimt wieder Hoffnung auf ein Bleiberecht.

Der Hauptgrund für die gemeinsamen Bemühungen liegt im jüngsten Wahlergebnis: 70 Prozent der stimmberechtigten Einwanderer aus Mittel- und Südamerika haben ihre Stimme Obamas Demokraten gegeben. Nur 30 Prozent votierten für den Republikaner Mitt Romney. Deshalb haben letztere bereits unmittelbar nach der Wahl begonnen, ihre Partei für die Hispanics zu öffnen.

Großteil der Hispanics sind Katholiken

Geschätzt sind 90 Prozent der 11 Millionen illegalen Hispanics im Land Katholiken. So setzt sich vor allem die katholische Kirche seit Jahren dafür ein, für diese Menschen humane Bedingungen zu schaffen. Viele Hispanics kommen als Saisonarbeiter, ohne dass die Möglichkeit von Familienzusammenführung besteht. Kinder von länger in den USA lebenden illegalen Zuwanderern sind von allen Bildungs- und sozialen staatlichen Hilfen ausgeschlossen.

Kirche setzt sich für Bleiberechte ein

Obama hatte im Vorjahr per Regierungsverordnung verfügt, dass hispanische Kinder und Jugendliche, die ihre Eltern illegal ins Land geholt haben, ein Bleiberecht erhalten können, wenn sie zwei Jahre lang bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Noch bevor der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz dem wiedergewählten Präsidenten offiziell gratulierte, hatte der Vorsitzende der Bischofskommission für Migration, Erzbischof, José H. Gómez, Obama aufgefordert, jetzt endlich eine Reform des Einwanderungsgesetzes zu veranlassen, die den Illegalen volle Legalität zuerkennt und ihr „unwürdiges Menschendasein“ beendet. Im Erzbistum Los Angeles ist über die Hälfte der Katholiken hispanischer Herkunft.

Gómez begrüßte die Vorschläge der Senatorengruppe, vor allem die vorgesehenen Maßnahmen für eine Einbürgerung. Er wies aber darauf hin, dass noch Ergänzungen für generelle Einwanderungen und die Beseitigung der tieferen Gründe für die Migrationswellen notwendig seien. Damit spielte er auf das Ziel an, die soziale Lage in den Herkunftsländern, vor allem in Mexiko, zu verbessern. Dazu gehöre vorrangig der Kampf gegen den Drogen- und Menschenhandel. Auch der Präsident der Jesuitenkonferenz, P. Thomas H. Smolish, äußerte, dass nur Gespür für die Realitäten zur besten politischen Gesamtlösung führen könne.

Die letzte Reform des Einwanderungsgesetzes und der Grenzkontrollen liegt mehr als 25 Jahre zurück. 1986 wurden dabei 2,6 Millionen Illegale eingebürgert.

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