Brasiliens Bischöfe danken dem „Papst der Liebe“

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  • Sao Paulo/Rio de Janeiro - 13.02.2013

Grüße zum Valentinstag: Brasiliens Bischöfe haben dem scheidenden Papst Benedikt XVI. Dank für die „Hochachtung“ und „Zärtlichkeit“ im Umgang mit der brasilianischen Kirche ausgesprochen. Der „brillante Theologe Benedikt XVI.“ werde in die Geschichte als der „Papst der Liebe“ eingehen, so die Bischöfe in einem am Montagabend (Ortszeit) veröffentlichten Schreiben der Bischofskonferenz. Unterdessen gehen die Organisatoren des im Juli in Rio de Janeiro stattfindenden Weltjugendtags (WJT) von einem nun erheblich gesteigerten Interesse an dem Event aus und wollen ihre Planungen überarbeiten.

Auch die Bischofskonferenz sei, „wie alle Welt“, von der Entscheidung überrascht worden, so die Bischöfe. Die vom Papst genannten Rücktrittsgründe nehme man jedoch „mit Liebe“ an. Sie spiegelten dieselbe Demut und Größe wider, die auch die acht Jahre seiner Regentschaft bestimmt hätten. Die Bischöfe riefen die Gläubigen auf, die Wahl des neuen Papstes mit Gebeten und „Ernsthaftigkeit“ zu begleiten.

„Zeit, die Kirche zu verjüngen“

Rios Erzbischof Orani Joao Tempesta sieht in dem Rücktritt Papst Benedikt XVI. ein „schönes Beispiel dafür, dass es Zeit ist, die Kirche zu verjüngen“. Der Erzbischof sprach seinen Wunsch aus, Benedikt XVI. noch vor dessen Amtsverzicht gemeinsam mit einer Delegation aus Rio de Janeiro zu besuchen und ihm für die Unterstützung bei der Vergabe und Organisation des Weltjugendtags danken zu wollen, sagte Tempesta in einem am Dienstag in der „Folha de S. Paulo“ veröffentlichten Interview.

Der für die Organisation des WJT verantwortliche Erzbischof geht fest davon aus, dass der Nachfolger von Benedikt XVI. an dem katholischen Großereignis teilnehmen wird. Er erinnerte daran, dass bereits beim Weltjugendtag 2005 in Köln eine vergleichbare Situation eingetreten sei. So habe der damals neue Papst Benedikt XVI. alle von seinem im April gestorbenen Vorgänger Johannes Paul II. zugesagten Termine übernommen.

Gespannter Blick auf den Weltjugendtag

Tempesta geht davon aus, dass die Teilnahme des neuen Papstes zusätzliches Interesse am WJT hervorrufen wird. „Wir werden mehr Teilnehmer (als geplant) begrüßen, da es wohl das erste große Event des neuen Papstes sein wird.“ Bisherige Planungen gingen von 2,5 Millionen Teilnehmern des vom 23. bis 28. Juli staatfindenden Großtreffens aus.

Zudem werde das offizielle Programm ausgeweitet. Bei der bisherigen Planung habe man sich bemüht, auf die angeschlagene Gesundheit von Benedikt XVI. Rücksicht zu nehmen und seine Agenda zusammenzustreichen, so der Erzbischof.

Im April wird eine Vatikan-Kommission in Rio de Janeiro erwartet; sie soll mit dem lokalen Organisationskomitee über Veränderungen im Ablauf des WJT beraten. Tempesta: „Wer weiß, vielleicht besucht der neue Papst ja die Christus-Erlöserstatue?“

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