Kolumbien: Jimmy Carter soll bei Friedensgesprächen helfen

  • Bogotá - 14.01.2013

Der ehemalige US-Präsident und Friedensnobelpreisträger Jimmy Carter (88) soll bei den Friedensverhandlungen in Kolumbien helfen. Vor der Fortsetzung der Gespräche zwischen der Regierung und der linksgerichteten Guerilla-Organisation FARC hat Innenminister Fernando Carillo eine Zusammenarbeit mit dem nach Carter benannten Institut für Menschenrechte ins Gespräch gebracht.

Der Ex-US-Präsident sei einer der wichtigsten internationalen „Apostel des Friedens“, sagte Carillo am Sonntag (Ortszeit) in Bogotá. Er könne als Berater bei der Einführung und Einhaltung neuer Menschenrechtstandards dem Land auf seinem Weg zu einer friedlichen Zukunft helfen.

Unterdessen forderte der Verhandlungsführer der Regierung, Humberto de la Calle, mehr Dynamik in den Gesprächen. „Wir brauchen mehr Bewegung. Ich möchte, dass dies in der öffentlichen Meinung und bei der FARC ankommt“, sagte der ehemalige Vizepräsident am Sonntag. Nicht nur die Regierung, sondern alle Kolumbianer erwarteten Ergebnisse.

Die beiden Delegationen treffen in diesen Tagen zur nächsten Gesprächsrunde in der kubanischen Hauptstadt Havanna ein. Die Friedensgespräche zwischen der FARC und der Regierung begannen Mitte Oktober in Oslo und wurden anschließend in Havanna fortgesetzt. Kolumbiens Unterhändler stellten in Aussicht, die FARC nach einer Einigung als politische Partei anzuerkennen. Der Dialog diene nicht dazu, den bewaffneten Konflikt im Land zu verlängern, sondern ihn zu beenden.

Die FARC entstand 1964. Mit rund 9.200 Kämpferinnen und Kämpfern ist sie die größte lateinamerikanische Rebellenorganisation. Ihr werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Die EU stuft sie als Terrororganisation ein.

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