Nobelpreisträger Pérez vermittelt in Mapuche-Konflikt in Chile

  • Santiago de Chile - 08.01.2013

Beistand für die hungerstreikenden inhaftierten Mapuche-Indios in Chile: Der argentinische Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel hat Chiles Staatspräsident Sebastián Piñera zu einer Prüfung des Falls aufgefordert. In einem am Montag veröffentlichten Offenen Brief wirbt der Künstler und Menschenrechtler um Verständnis für die Position der Mapuche: „Alles, was sie wollen, ist, auf ihrem angestammten Land in Würde leben und ihre durch die Verfassung anerkannte Menschenwürde verteidigen zu können.“

Zuvor hatte bereits der Erzbischof der Hauptstadtdiözese Santiago, Ricardo Ezzati, die Regierung zu mehr Offenheit und Verständnis gegenüber den Ureinwohnern aufgefordert. In einem Interview des TV-Senders CNN Chile (Sonntag) sagte Ezzati, die Chilenen müssten verstehen, dass die grundsätzliche Absicht der Mapuche ehrlich und anständig sei. Für eine friedliche Lösung des Konfliktes brauche es ein Klima des Vertrauens.

Der argentinischer Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel erklärt sich solidarisch mit den inhaftierten Mapuche-Indios in Chile. KNA

In den vergangenen Tagen war es in der Provinz La Araucania zu neuen gewalttätigen Zusammenstößen gekommen. Hintergrund ist ein mehrwöchiger Hungerstreik von vier Mapuche-Häftlingen; sie wollen damit eine Revision ihrer Verurteilung wegen versuchten Mordes an einem Militärpolizisten sowie wegen illegalen Waffenbesitzes durchsetzen. Die größte indigene Gruppe Chiles kämpft seit Jahren für ihre Rechte und ihre Traditionen. Einzelne Mapuche greifen dabei auch zu Gewalt.

Anlass für die neuesten Unruhen war die Ermordung eines älteren Ehepaares Schweizer Herkunft in La Araucania. Die chilenische Regierung verurteilte den Anschlag auf das Ehepaar als einen „terroristischen Akt“. Innenminister Andres Chadwick schloss am Sonntag einen Ausnahmezustand für die Region nicht aus.

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