Wirkungsstudie zum Fairen Handel veröffentlicht

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  • Köln - 12.12.2012

Der faire Handel in Deutschland ist auf dem Vormarsch. Wie der gemeinnützige Verein TransFair Deutschland am Mittwoch in Köln mitteilte, stieg der Absatz an fair gehandelten Produkten in den ersten drei Quartalen 2012 um rund 34 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die höchsten Wachstumssteigerungen mit 229 Prozent wurden demnach bei Blumen erzielt. Es folgten Bananen mit einem Zuwachs von 69 Prozent und Süßigkeiten mit einem Plus von 46 Prozent.

Laut einer von dem Verein in Auftrag gegebenen Studie schafft der faire Handel bessere Einkommen in Entwicklungsländern und trägt zur Armutsbekämpfung in ländlichen Regionen bei. Inzwischen richteten sich in manchen Ländern wie etwa in Peru oder Kenia sogar konventionelle Anbieter nach den Fairtrade-Standards und lobten beispielsweise Prämien aus oder kümmerten sich um bessere Arbeitsbedingungen, hieß es.

Die Studie wurde vom Centrum für Evaluation (CEval) an der Universität Saarbrücken durchgeführt. Befragt wurden Bauern und Angestellte auf drei Kontinenten. Den Ergebnissen zufolge verfügen die Beschäftigten auf den zertifizierten Kooperativen und Plantagen über leicht höhere und stabilere Einkommen. So haben fast 85 Prozent der Arbeiter der untersuchten Fairtrade-Blumenplantagen einen festen Arbeitsvertrag, im Gegensatz zu unter 20 Prozent bei den konventionellen Vergleichsplantagen.

Niedrige Löhne, schlechte Arbeitsbedingungen und ein hoher Einsatz von hochgiftigen Pflanzenschutzmitteln sind auf vielen Blumenfarmen die Regel. Auf Fairtrade-zertifizierten Blumenfarmen werden die Blumen nach klar definierten sozialen und ökologischen Standards gezüchtet. TransFair e. V./Hartmut Fiebig

Misereor begrüßt Studie als „wichtigen Meilenstein“

Mitfinanziert wurde die Untersuchung von den beiden kirchlichen Hilfswerken Misereor und Brot für die Welt sowie vom Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft. Neben TransFair Deutschland fungierte die Max Havelaar-Stiftung Schweiz als Auftraggeber. „Von Anfang an sollte der Faire Handel den Armen auf der Welt eine Stimme geben, damit sie ihr Lebensumfeld mitgestalten können. Die Studie hat gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so Misereor-Geschäftsführer Thomas Antkowiak. Es gehe jedoch nicht darum, sich nun auf den Lorbeeren auszuruhen. „Die Studie weist auch auf einige kritische Punkte hin. Es gilt, den Fairen Handel weiter zu entwickeln, so dass noch mehr Menschen von seinen positiven Wirkungen profitieren können“, resümierte Antkowiak.

Auch die Politik solle anerkennen, dass faire Handelsbeziehungen ein wichtiger Beitrag für Armutsbekämpfung und Entwicklung seien, und ihr eigenes Handeln danach ausrichten. Sie müsse den Fairen Handel intensiver unterstützen und für verbindliche Umsetzung von Menschenrechten in den Handelsbeziehungen sorgen. (KNA/Misereor)

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TransFair Deutschland

TransFair Deutschland wird von 36 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Entwicklungshilfe, Kirche, Umwelt, Sozialarbeit, Verbraucherschutz, Genossenschaftswesen und Bildung getragen. Darunter sind außer Misereor und Brot für die Welt auch der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und die Welthungerhilfe.

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