Menschenrechtspreis an Erzbischof Maroy verliehen

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  • Weimar - 11.12.2012

Für seinen Kampf gegen blutige Handys und Massenvergewaltigungen hat Erzbischof Francois-Xavier Maroy Rusengo (56) aus der Demokratischen Republik Kongo am Montagabend den Menschenrechtspreis der Stadt Weimar erhalten. Thüringens früherer Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) würdigte ihn bei dem Festakt als beeindruckende Persönlichkeit. Maroy sei ein vorbildlicher Kämpfer für Frieden, Versöhnung und Menschenrechte, auch wenn er dabei immer wieder sein eigenes Leben riskiere.

Besonders hob Vogel Maroys Engagement für die Opfer von Massakern und Massenvergewaltigungen hervor. Für Frauen sei der Osten des Kongo wohl die derzeit gefährlichste Region der Welt. Pro Stunde würden im Durchschnitt 48 Mädchen und Frauen misshandelt oder vergewaltigt. Dies werde ganz gezielt als Waffe eingesetzt, um Familien aus den Regionen zu vertreiben, in denen illegal Coltan abgebaut werden soll, ergänzte Maroy: „Viele Rebellengruppen verkaufen dann den für die Handy-Produktion benötigten Rohstoff unter Weltmarktpreis und finanzieren damit ihre Gräueltaten.“

Gemeinsames Engagement von Missio und Maroy

Vogel dankte ausdrücklich dem katholischen Hilfswerk Missio in Aachen für dessen jahrelange „gute und erfolgreiche Zusammenarbeit“ mit Maroy. Missio hatte den Erzbischof für den Preis vorgeschlagen. Das Missionswerk unterstützt die Kirche im Kongo unter anderem beim Bau von Traumazentren für Vergewaltigungsopfer. Außerdem setzt es sich gemeinsam mit Maroy dafür ein, dass Handyhersteller nicht länger „blutiges Coltan“ einkaufen und in ihre Geräte einbauen.

Maroy leitet das Erzbistum Bukavu im Osten des Kongo. In der Grenzregion entlang der Großen Seen kommt es immer wieder zu bewaffneten Konflikten zwischen der Armee sowie kongolesischen und ausländischen Rebellengruppen. In seiner Dankesrede kündigte er an, mit dem Preisgeld von 2.500 Euro Kindern den Schulbesuch zu bezahlen, deren Eltern bei den jüngsten Unruhen in seinem Bistum vor wenigen Tagen getötet worden waren.

Die Stadt Weimar vergibt ihren Menschenrechtspreis seit 1995. Er geht an Organisationen oder Einzelpersonen, die sich mit ihrem Wirken für mehr Menschlichkeit und Toleranz zwischen den Menschen und Völkern einsetzen.

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