ZDF-Spendengala am Nikolaustag

  • Bonn - 06.12.2012

Vicky Leandros, Rod Stewart, David Garrett und viele andere deutsche und internationale Stars stellen sich mit ihren Auftritten in der ZDF-Spendengala am 6. Dezember in den Dienst der guten Sache. Gesammelt wird für die Arbeit der beiden kirchlichen Entwicklungshilfswerke Misereor und Brot für die Welt. Im Interview mit dem Internetportal Weltkirche spricht Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer von Misereor, über die Bedeutung der Gala und darüber, wie mit den gesammelten Spenden Kindern und Jugendlichen in Haiti und Südafrika geholfen wird.

Frage: Carmen Nebel präsentiert in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal die Benefizgala zugunsten von Misereor und Brot für die Welt. Welche Bedeutung hat die ZDF-Spendengala für Misereor?

Spiegel: Sie stellt für uns eine außerordentlich gute Chance dar, einem großen Publikum auf interessante und unterhaltsame Weise die Ziele unserer Entwicklungs- und Lobbyarbeit zugunsten von und mit Armen und Benachteiligten vorzustellen. Für diese Möglichkeit sind wir dem ZDF sehr dankbar. Im vergangenen Jahr konnten unsere beiden Hilfswerke mit Spenden von mehr als 2,7 Millionen Euro bei der ZDF-Gala ein Rekordergebnis verzeichnen. 4,7 Millionen Zuschauer haben die Sendung verfolgt. Damit ist eigentlich vieles über die Bedeutung der Gala für Misereor gesagt.

Frage: Um einen Einblick in die Arbeit von Brot für die Welt und Misereor zu geben, stellt jedes Werk jeweils zwei Projekte vor. Um welche Misereor-Projekte handelt es sich in diesem Jahr?

Spiegel: In beiden Projekten gelingt es unseren jeweiligen Partnerorganisationen auf hervorragende Weise, notleidenden Kindern und Jugendlichen wirksam zu helfen und ihnen dauerhaft stabile Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Zum einen sammeln wir für das Straßenkinderzentrum Lakay in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince, das für viele junge Menschen, die als Obdachlose in unerträglichem Elend leben müssen, zur neuen Heimat geworden ist. Dort gibt es einen Kindergarten und eine Schule, die Älteren können hier eine Berufsausbildung machen. Das zweite Projekt heißt „Goedgedacht“ und befindet sich in Südafrika. Dort wird mit dem Anbau von Olivenbäumen ein großes Kinder- und Jugendzentrum für die Familien von landlosen Farmarbeitern und aus den umliegenden Townships gefördert.

Die ZDF-Spendengala 2011 Baumann/Misereor

Frage: Sie haben im Herbst zusammen mit Carmen Nebel die Farm „Goedgedacht“ besucht. Welche Eindrücke haben Sie dort gesammelt?

Spiegel: Wir haben dort Kinder kennengelernt, die es verlernt haben zu träumen, denen es nicht mehr gelingt, die Schönheit der Welt zu sehen. Die Apathie ihrer Eltern, die arbeitslos sind oder Alkoholprobleme haben, hat auch sie geprägt. Viele Mädchen werden als Teenager schwanger, Jugendliche bekommen keinen Job. Hier müssen wir mit Zorn sagen, dass das so nicht bleiben kann. Aber wir können zugleich die Eltern nicht verurteilen. Wärme, Bestimmtheit und Zuneigung können Auswege aus diesem Teufelskreis zeigen.

Frage: Misereor arbeitet mit Partnern aus aller Welt zusammen. Nach welchen Kriterien werden die Projekte, die während der Gala vorgestellt werden, ausgewählt?

Spiegel: Misereor fördert zurzeit etwa 3900 Projekte in 101 Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Wir stellen in der Gala bevorzugt solche Projekte vor, die das breite und auf die individuellen Bedürfnisse der Armen ausgerichtete Spektrum unserer Entwicklungsarbeit besonders anschaulich zeigen. Zudem ist es uns sehr wichtig, die Ursachen von Armut und Ungerechtigkeit zu benennen und dabei für mehr Bewusstsein zu werben.

Paul Potts war nur einer der zahlreichen Stars aus Musik und Fernsehen, die im vergangenen Jahr ihren Teil zum Erfolg der ZDF-Spendengala beitrugen. Baumann/Misereor

Frage: Carmen Nebel ist nicht die einzige prominente Unterstützerin an diesem Abend. Welche weiteren Stars treten in der Gala auf bzw. sitzen am Spendentelefon?

Spiegel: In der Sendung werden eine ganze Reihe von beliebten Stars die Zuschauer zu fröhlich-besinnlicher Adventsstimmung einladen. Wir freuen uns auf Künstler wie Rod Stewart und David Garrett, Vicky Leandros und Andy Borg. Am Spendentelefon nehmen Prominente wie Katrin Müller-Hohenstein, Reiner Calmund, Eva Habermann und Heikko Deutschmann Platz.

Frage: Glamour, Stars und Sternchen auf der einen Seite, Straßenkinder, Dürre und Armut auf der anderen – Misereor und Brot für die Welt schaffen es, diese Gegensätze für einen guten Zweck zusammenzubringen. Wie machen Sie das?

Spiegel: Die Adventszeit bietet für die meisten Menschen eine Reihe von Anlässen, sich zu besinnen, über ihr eigenes und das Leben anderer Menschen nachzudenken, aber auch den Blick zu öffnen für alle, denen es nicht so gut geht wie uns. Die Spendengala greift diese vorweihnachtliche Stimmungslage gut auf, sie schafft es, die Zuschauerinnen und Zuschauer einerseits hervorragend zu unterhalten, aber zugleich ihre Herzen zu öffnen für die Belange der Armen. Wir freuen uns sehr, dass sich so viele Menschen bei dieser Gelegenheit sehr großzügig zeigen und danken ihnen herzlich für ihre Spenden.

Das Interview führte Lena Kretschmann.

© weltkirche.katholisch.de

Spenden

Brot für die Welt und Misereor haben ein gemeinsames Spendenkonto eingerichtet:

Konto 250
bei der Bank für Sozialwirtschaft
BLZ 370 205 00

Die Spendentelefone sind am 6. Dezember von 20.15 bis 24 Uhr unter der Nummer 0180 22020 geschaltet. Tarife: 6 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunktarife abweichend, maximal 42 Cent/Minute.

www.misereor.de

www.brot-fuer-die-welt.de

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