Kirche ruft zu Hilfe für Taifunopfer auf

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  • Manila - 06.12.2012

Die katholische Kirche der Philippinen hat zu Hilfen für die Opfer des Wirbelsturms Bopha aufgerufen. Allein in den beiden Diözesen Tandag und Surigao an der nordöstlichen Küste Mindanaos seien 30.000 Menschen vor dem Taifun geflohen, hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung der Philippinischen Bischofskonferenz.

Die Menschen in den 35 Evakuierungszentren benötigten dringend Nahrungsmittel, Trinkwasser und Kleidung, sagte ein Sprecher der Diözese Tandag. Mit ersten Hilfslieferungen seien bereits einige Tausend Menschen mit dem Nötigsten versorgt worden. Auch die Diözesen Surigao sowie Mati in der Provinz Davao Oriental riefen zu Spenden für die Taifunopfer auf. Die Betroffenen benötigten zudem dringend Medikamente, hieß es.

Rebellen bieten Waffenstillstand an

Die kommunistischen Rebellen auf den Philippinen haben indes der Armee einen Waffenstillstand angeboten: „Angesichts der dringenden humanitären Anforderungen kann die NPA (Nationale Volksarmee) ihre offensiven Militäroperationen gegen die AFP (Armed Forces of the Philippines) für eine bestimmte Zeit einstellen“, hieß es in einer am Donnerstag von der Kommunistischen Partei der Philippinen (CPA) veröffentlichten Erklärung. Die CPA ist der politische Arm der kommunistischen Rebellenmiliz.

Zwei Tage nach dem Taifun Bopha liegt die Zahl der Toten laut Medienberichten bei über 400. Mehr als eine Viertelmillion Menschen sind den Angaben zufolge notdürftig in über 500 Evakuierungszentren untergebracht. Am stärksten betroffen ist der Verwaltungsbezirk New Bataan in Compostela Valley auf Mindanao. Soldaten der philippinischen Armee räumen laut Medienberichten verschüttete Straßen und reparieren beschädigte Brücken, um den Rettungstrupps den Zugang zu den Taifunopfern sowie Hilfslieferungen zu ermöglichen. Auch katholische Hilfsorganisationen wie die US-amerikanischen Catholic Relief Services (CRS) sind im Katastrophengebiet aktiv.

Taifun Bopha war am Dienstag mit Windgeschwindigkeiten von über 200 Stundenkilometern über Mindanao und die Inselgruppe der Visayas hereingebrochen. Häuser wurden zerstört, Bäume entwurzelt, Ortschaften durch Schlammlawinen und Überschwemmungen von der Außenwelt abgeschnitten.

Schwere Vorwürfe gegen Behörden

Unterdessen haben Umweltexperten schwere Vorwürfe gegen die Behörden in New Bataan erhoben. Niemand hätte sterben müssen, wenn die Behörden nach der zwei Tage vor Taifun Bopha herausgegebenen Unwetterwarnung des Umweltministeriums mit Massenevakuierungen begonnen hätten, sagte der Direktor des Amtes für Bergbau und Geowissenschaften, Leo Jasareno, der philippinischen Tageszeitung „Inquirer“. Umweltminister Ramon Paje führte das Ausmaß der Zerstörung in Compostela Valley auf „illegale Rodungen und illegalen Bergbau“ zurück.

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