Hilfswerke begrüßen Rückzug der Rebellen aus Goma

  • Berlin - 04.12.2012

Das Ökumenische Netzwerk Zentralafrika (ÖNZ) hat den Rückzug der M23-Rebellen aus Goma begrüßt. Die Verhandlungen von Regierung und Rebellen müssten nun ernsthaft genutzt werden, um eine politische Lösung des Konfliktes in der umkämpften Kivu-Region herbeizuführen und erneute Kampfhandlungen zu verhindern, heißt es in einer am Montag in Berlin veröffentlichten Erklärung des Netzwerkes der christlichen Hilfswerke in Deutschland für Ruanda, Burundi und Kongo.

Das ÖNZ appellierte an die Nachbarstaaten des Kongo, nicht länger an der Destabilisierung im Osten des Landes mitzuwirken und ihre Unterstützung für Rebellenorganisationen zu unterbinden. Von der Regierung forderte das Netzwerk eine umfassende Reform der Sicherheitsapparate und der Justiz, um die Armee- und Polizeikräfte unter Kontrolle zu bringen und Übergriffe auf die Bevölkerung zu unterbinden.

Mandat der UN-Blauhelme ändern

Darüber hinaus gelte es, das Mandat der UN-Blauhelm-Mission MONUSCO zu ändern, um die Sicherheit der Bevölkerung vor militärischer Gewalt zu gewährleisten. Der UN-Sicherheitsrat müsse sich fragen, ob es ausreichend sei, Blauhelmtruppen an eine Regierung zu binden, die nicht in der Lage sei, die Bevölkerung vor Milizen zu schützen, betonte die ÖNZ-Leiterin Ilona Auer-Frege.

Nach Angaben des UN-Senders Radio Okapi hatte sich die Rebellengruppe M23 am Samstag aus der Stadt zurückgezogen, die sie seit vergangener Woche besetzt gehalten hatte. Unterdessen seien der Bürgermeister von Goma, der Polizeichef und weitere Verwaltungsmitglieder in die Stadt zurückgekehrt, heißt es. Bei den Kämpfen in der vergangenen Woche waren hunderte Soldaten und Zivilisten ums Leben gekommen, hunderttausende Menschen mussten fliehen.

Beobachter schätzen die Stärke der M23 auf höchstens 6.000 Anhänger. Gegründet hat sich die Gruppe im April nach einer Meuterei in der kongolesischen Armee. Die Mitglieder der M23 werfen der kongolesischen Regierung vor, sich nicht an den Friedensvertrag vom 23. März 2009 zu halten. Von diesem Datum ist auch der offizielle Name „Bewegung 23. März“ abgeleitet.

© KNA

Das Ökumenische Netz Zentralafrika

Das Ökumenische Netz Zentralafrika (ÖNZ) ist ein Zusammenschluss kirchlicher Organisationen, die mit Kirchen und zivilgesellschaftlichen Organisationen in der Region der großen Seen (DR Kongo, Ruanda, Burundi) verbunden sind. Die Mitglieder arbeiten mit kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen für Frieden, Menschenrechte und Entwicklung zusammen.

Im Koordinations-Kreis sind die folgenden Organisationen vertreten: Brot für die Welt, Diakonisches Werk Deutschland (Abt. Menschenrechte), Misereor, Pax Christi, Vereinte Evangelische Mission.

Ökumenisches Netz Zentralafrika