Mali: Bevölkerung begrüßt Entsendung von Militäreinheiten

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  • Bamako - 13.11.2012

Die meisten Einwohner begrüßen den Beschluss der ECOWAS, die militärische Einheiten in den Norden Malis entsenden will“, äußerte sich der Sekretär der Bischofskonferenz von Mali, Pfarrer Edmond Dembele, am Montag gegenüber dem Fidesdienst.

Am 11. November stimmten in Abuja (Nigeria) die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsländer der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft der Entsendung von 3.300 Soldaten zu, die die malische Armee bei der Rückeroberung der nördlichen Landesteile unterstützen sollen. Die Mission der internationalen Einheit soll zunächst ein Jahr dauern und wird vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit einer entsprechenden Resolution gebilligt werden müssen.

„Die Menschen warten seit langem auf ein starkes Signal seitens des Staates und der internationalen Organisationen bei der Bewältigung der Krise im Norden des Landes, denn in der Region werden die lebensnotwendigen Güter knapp“, so Pfarrer Dembele. „Das Rote Kreuz warnt davor, dass 150.000 Menschen von einer Lebensmittel- und Trinkwasserknappheit bedroht sind. Es wird befürchtet, dass sich mit Beginn der Militäroperationen die humanitäre Lage in der Region für die Menschen im Norden und die Vertriebenen weiter zuspitzen könnte“, so der Priester.

Rund 200.000 Binnenflüchtlinge in Mali

Die Bundesregierung geht indes von rund 200.000 malischen Binnenflüchtlingen aus. Hauptproblem sei, dass der Zugang für humanitäre Hilfen vor allem im Norden des Landes nicht gewährleistet sei, sagte ein Vertreter des Auswärtigen Amtes vergangene Woche im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. Im Norden Malis hätten radikale Islamisten in Teilen die Kontrolle übernommen. Man müsse von „massiven Menschenrechtsverletzungen“ im Zuge militärischer Auseinandersetzungen mit den regulären malischen Truppen, aber auch nach Einführung des islamischen Rechts, der Scharia, ausgehen.

Dagegen habe sich die Lage im Rest des Landes mit Bildung der Übergangsregierung im vergangenen August verbessert, so das Auswärtige Amt weiter. Es gebe keine Anzeichen von systematischer Folter, allerdings Schwächen im Justizwesen wie etwa „überlange Untersuchungshaft“ und Korruption, sagte der Vertreter des Auswärtigen Amtes. (KNA/Fidesdienst)

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