In Brasilien stolz auf Essen gewesen

  • Essen - 22.10.2012

Carolin Heinemann hat die Zeit von Januar bis März im brasilianischen Bundesstaat Paraná verbracht. Dort hat die angehende Medizinstudentin in der zwei Millionen Einwohner zählenden Stadt Curitiba gelebt, portugiesisch gelernt und Praktika in Krankenhäusern gemacht.

Zusammen mit ihrer Gastfamilie ist sie auch durch das Land gereist. Dass man in der abgelegenen Kleinstadt Guaraqueçaba ihre Heimatstadt Essen sehr gut kennt und sehr Positives mit Essen verbindet, hätte sie vorher nicht gedacht.

Es war Carolin Heinemanns erster Aufenthalt in Südamerika und „eine wirklich tolle Erfahrung“, sagt sie nun nach ihrer Rückkehr. „Ich habe aber auch sehr viel Armut gesehen – insbesondere auf dem Weg nach und in Guaraqueçaba.“ In die kleine Stadt war sie nach vierstündiger Fahrt über eine nicht asphaltierte Straße gekommen. Dort besucht ihre Gastfamilie einmal im Jahr Ordensschwestern, unter anderem um ihnen Kleiderspenden zu bringen.

„Die Brasilianer sind total herzlich, auch wenn sie wenig haben, freuen sie sich doch des Lebens.“

— Carolin Heinemanns

Stolz auf die Heimatstadt

„Die Schwestern haben mir gesagt, dass sie meine Heimatstadt kennen, weil sie von Adveniat Spenden empfangen haben und damit mehrere Häuser bauen konnten“, sagt die 20-Jährige. Adveniat ist das katholische Lateinamerika-Hilfswerk mit Sitz in Essen. Als Carolin Heinemann in Brasilien hörte, dass die Schwestern im fernen Guaraqueçaba, ihre Heimatstadt kennen, sei sie sehr stolz gewesen, Essenerin zu sein. Zurück in Deutschland hat sie deshalb Kontakt mit dem Hilfswerk gesucht: „Ich möchte Adveniat dafür danken, dass Sie dort helfen, wo es nötig ist“, schreibt sie an Adveniat und besucht auch die Geschäftsstelle.

Aufgrund ihrer Erfahrungen in Brasilien sei sie ein anderer Mensch geworden, sagt Carolin Heinemann im Interview für den Adveniat-Podcast „Hörpunkt Lateinamerika“. Sie habe in den drei Monaten das brasilianische Lebensgefühl angenommen. Wieder in Deutschland zurück, seien ihr gleich die eher grimmig dreinschauenden Menschen aufgefallen. „Das ist in Brasilien nicht so: Die Brasilianer sind total herzlich, auch wenn sie wenig haben, freuen sie sich doch des Lebens.“

Ein menschenwürdiges Leben ermöglichen

Für die Menschen in Brasilien wünscht sich die junge Essenerin: „Ich hoffe, dass wir durch Projekte wie Adveniat den Menschen ermöglichen können, dass sie ein besseres Leben haben – nicht am Existenzminimum, sondern so, dass es menschenwürdig ist.“ Insbesondere der indigenen Bevölkerung (den Ureinwohnern) solle ermöglicht werden, „so zu leben, wie sie immer gelebt haben, und wie sie auch leben wollen“. Der erste soll keinesfalls der letzte Besuch in Brasilien gewesen sein, ist sich Carolin Heinemann gewiss: „Ich möchte gerne wieder zurück, denn ich habe dort viele Freunde gefunden, die ich gerne wieder besuchen möchte und von denen ich auch hoffe, dass sie irgendwann auch nach Deutschland kommen.“

Das vollständige Interview mit Carolin Heinemann finden Sie unter www.hoerpunkt-lateinamerka.de .

Weitere Informationen über die Projekte von Adveniat gibt es unter www.adveniat.de .

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