Papst zieht positive Bilanz der Libanon-Reise

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  • Papstreise - 19.09.2012

Benedikt XVI. bewertet seine Libanon-Reise und seinen Empfang durch Muslime als ein „starkes Zeichen der Hoffnung“. Die Zeit sei da für ein „aufrichtiges und entschiedenes Zeugnis“ von Christen und Muslimen gegen Gewalt und Spaltungen, sagte der Papst am Mittwoch bei seiner Generalaudienz im Vatikan. „Nicht Gewalt schafft Frieden, sondern der Dialog, die Achtung der Menschenwürde und vor allem Versöhnung“, so Benedikt XVI.

Der Papst hatte seine dreitägige Libanon-Reise mit einem Appell zum christlich-muslimischen Dialog beendet. Die arabische Welt und die ganze Menschheit hätten in den vergangenen Tagen im Libanon sehen können, „wie sich Christen und Muslime vereinen, um den Frieden zu feiern“, sagte er beim Abschied am Sonntag auf dem Flughafen in Beirut. Die Menschen im Libanon rief er auf, weiterhin „die Vielfalt religiöser Traditionen zuzulassen“. Ausdrücklich dankte Benedikt XVI. den Vertretern der muslimischen Gemeinschaften und der christlichen Konfessionen für den herzlichen Empfang.

Papst Benedikt XVI. besuchte am 14. September 2012 die St.-Paul-Basilika von Harissa und unterzeichnet das apostolische nachsynodale Schreiben "Ecclesia in Medio Oriente". KNA

Offizieller Anlass seiner 24. Auslandsreise war die Überreichung des postsynodalen Schreibens „Ecclesia in Medio Oriente“ an die Kirchenführer des Orients. Das Abschlussdokument der Bischofssynode über den Nahen Osten enthält Leitlinien für das künftige Wirken der Katholiken im Nahen Osten. Der Papst hatte das Schreiben bereits am Freitag im libanesischen Harissa unterschrieben. In seiner Ansprache sagte er, dass das Christentum im Nahen Osten präsent und lebendig bleiben müsse. Jeder möge ermutigt und gestärkt werden, die gemäß den verschiedenen anthropologischen, lehrmäßigen, ekklesiologischen, spirituellen und pastoralen Aspekten verfasste Botschaft dieses Dokuments umzusetzen.

Ecclesia in Medio Oriente

In das rund 100 Seiten umfassende Dokument sind die Ergebnisse der Bischofssynode über den Nahen Osten eingeflossen, die im Oktober 2010 im Vatikan tagte. Benedikt XVI. fordert darin unter anderem vollständige Religionsfreiheit für die Christen im Nahen Osten. Zudem ruft er zu einer Vertiefung des ökumenischen und interreligiösen Dialogs auf.

Ecclesia in Medio Oriente

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